McElroy sichert Zittersieg an der Freiwurflinie

Weihnachten war schon gestern Abend. Zumindest für die Fans der Braunschweiger Basketballer, die um ein Haar ziemlich bedröppelt dagestanden hätten mit ihren roten Weihnachtsmützen. Denn mit dem letzten Wurf des Gegners Gießen in letzter Sekunde drohte ihre Mannschaft, das Spiel zu verlieren, das sie über weite Strecken so souverän beherrscht hatte.

Weil aber Gießens Held der letzten Minute, Barry Stewart, mit seinem Korbleger nur den Ring traf, durfte gejubelt werden bei den Phantoms-Anhängern. Über das hauchdünne 63:62 (28:29), den fünften Auswärtssieg der Saison. Und LaMarr Greer schrie die Erleichterung vor der Kabinentür hinaus: "It's white Christmas", jubelte er im Blick auf die weißen Trikots der Phantoms.

Wäre die Partie verloren gegangen, wäre Greer die tragische Figur gewesen. Denn als der Spielmacher in der letzten Minute angesichts der 61:57-Führung seines Teams die entscheidenden Angriffe einleiten wollte, wurde er zweimal von Schiedsrichterpfiffen ausgebremst. Der Schrittfehler war wohl korrekt geahndet, das Offensivfoul beim Zug zum Korb eher nicht.

Stewart brachte Gießen mit den zwei daraus resultierenden Ballbesitzen per Dreier und Freiwürfen mit 62:61 in Führung. Den Phantoms blieben zehn Sekunden für die Wende. Die Gastgeber foulten Immanuel McElroy, und der behielt sieben Sekunden vor Schluss mit zwei Freiwürfen die Nerven und eroberte die Führung zurück.

So schafften die Braunschweiger nach harter Arbeit, was zwischendurch viel leichter zu werden versprach. Als klar war, dass bei den Gastgebern Topscorer Maurice Jeffers mit einer Knieverletzung fehlte, schien ein Sieg beim Tabellen-13. schon fast Pflicht. Als die Phantoms souverän gestartet waren (14:4) erst recht.

Doch die Hessen zeigten, wie sie schon Bamberg und Quakenbrück in die Knie gezwungen hatten. Mit bissiger Verteidigung über das ganze Feld schafften sie es, Hektik in die bis dahin souverän über Center Kyle Visser vorgetragenen Braunschweiger Aktionen zu bringen. Zehn Ballverluste bis zur Halbzeit waren zu viel – Gießen führte plötzlich.

Aber nach dem Seitentausch schien wieder alles auf eine nervenschonende, schöne Bescherung hinauszulaufen. Die Phantoms erinnerten sich an ihre Stärken, abgeklärtes Teamspiel mit schnellen Ballstaffetten, und setzten sich nach einem Dreier von Branko Jorovic bis auf 49:37 in der 28. Minute ab.

Aber Gießen steckte nicht auf, ackerte, und Braunschweig wankte im gellenden Pfeifkonzert der 3700 Zuschauer. Dazu kamen bittere Offensivfoul-Pfiffe gegen Stephen Dennis und Greer. Aber das Team biss sich einmal mehr auswärts durch. "Wir haben heute ganz gut verteidigt", sagte Trainer Sebastian Machowski zufrieden. "Ich bin froh, dass wir die richtige Antwort auf die Niederlage gegen Frankfurt geben konnten, auch wenn wir es leider nicht verstanden haben, den Sack früher zuzumachen."

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