Phantoms-Neulinge im Leistungstest

Robert Kulawick kam als zusätzlicher Profi ins Team.

Foto: Burmann 

Robert Kulawick kam als zusätzlicher Profi ins Team. Foto: Burmann 

Gegenüberstellung der Braunschweiger Basketballer mit ihren Vorgängern – Freitag Spitzenspiel gegen Ulm

Zwei Leistungsträger verloren, drei weggeschickt, dafür sechs neue Profis geholt – nach einem Drittel der Saison ist es Zeit, eine Verpflichtungs-Zwischenbilanz bei Braunschweigs Basketballern zu ziehen. Wie schlagen sich die neuen Phantoms im Vergleich zu ihren Vorgängern?

Trainer Sebastian Machowski braucht man eine solche Frage nicht zu stellen. Eins-zu-eins-Vergleiche sind aus Sicht des Coaches nicht zielführend, zumal viele Aufgaben neu verteilt wurden. Das Team zählt. Und das steht nach 14 Spielen mit acht Siegen und sechs Niederlagen auf Platz fünf momentan genauso gut da wie im Vorjahr.

Die Fans hingegen tun es, sie vergleichen. Vor allem bei den Stars, die sie vermissen, wie Marcus Goree und Brandon Thomas, die die Phantoms-Verantwortlichen nicht halten konnten. Fairer ist es jedoch, dort genau hinzuschauen, wo die Trainer bewusst Spieler ziehen ließen. Sind ihre Nachfolger wirklich stärker? Eine Gegenüberstellung.

Immanuel McElroy: Die durchschnittlich 8,2 Punkte, 3,9 Rebounds und 2,8 Vorlagen des Flügelspielers sind deutlich weniger spektakulär als die Werte seines Vorgängers Brandon Thomas (14,3 Punkte, 4,6 Rebounds, 2,0 Vorlagen, 1,1 Ballgewinne). Auch die starke Verteidigung des Ex-Berliners ist kein Pluspunkt, denn Thomas ist ebenfalls eine der besten Defensivkräfte der Liga. Was McElroy den Phantoms aber zusätzlich gibt, lässt sich nicht in der Statistik ablesen. Er ist kreativer für die Mannschaft und hat mit entscheidenden Aktionen in den letzten Sekunden schon mehrere Spiele gewonnen.

Rich Melzer: Der neue Topwerfer des Teams hat die undankbarste Rolle: Er muss sich mit Europaliga-Champion Marcus Goree (11,7 Punkte, 5,2 Rebounds, 1,2 Vorlagen) messen lassen. Im Angriff ist das trotz schwächerer Trefferquote (43:49%) kein Problem für Melzer (13,4 Punkte, 5,5 Rebounds, 1,4 Vorlagen). Defensiv allerdings ist er nicht das Bollwerk unter dem Korb wie es Goree war.

Branko Jorovic: Für Jason Cain (10,0 Punkte, 4,1 Rebounds, 1,6 Vorlagen) wollten die Trainer einen konstanter und schlauer spielenden Akteur holen. Dem Serben (8,0 Punkte, 3,1 Rebounds, 1,5 Vorlagen) fehlt die Athletik des Amerikaners, aber er kann mehr fürs Teamspiel tun. Nach seiner langen Verletzungspause kommt er erst langsam in Schwung, die Effektivität fehlt noch, und seine Dreierquote (27%) ist verbesserungswürdig.

Stephen Dennis: Der neue Spielmacher (9,1 Punkte, 2,9 Vorlagen, 2,9 Rebounds, 1,0 Ballgewinne, 2,0 Ballverluste) hat zweifellos Riesenpotenzial, ist athletischer und schneller als sein Vorgänger Kevin Hamilton (9,0 Punkte, 4,1 Rebounds, 4,3 Vorlagen, 1,9 Ballgewinne, 2,7 Ballverluste). Aber nach starkem Saisonstart mit stetigem Fortschritt stagniert seine Entwicklung seit Wochen. Die Würfe fallen nicht mehr rein, sein Selbstvertrauen ist weg. Der Lenker, der die richtigen Entscheidungen trifft und die Kollegen stärker macht, ist er mit seinen 24 Jahren ohnehin noch nicht. Nur wenn Dennis den Durchbruch schafft, können die Phantoms oben mitspielen.

Michael Umeh: Eine bessere Verteidigung, mehr Köpfchen im Spielaufbau und wenn nötig selbst erarbeitete Punkte sind vom Nachfolger von Tony Skinn (10,5 Punkte, 3,2 Vorlagen, 2,9 Rebounds) gefordert. Auch wenn sich nach zwei Partien noch nicht viel sagen lässt, Skinns nigerianischer Landsmann (7,5 Punkte, 1,5 Vorlagen) müsste das leisten können.

Robert Kulawick: Der Ex-Göttinger (3,9 Punkte, 2,1 Rebounds) kann seine Dreierstärke im neuen Team mit verringerter Spielzeit noch nicht richtig ausspielen, macht das Team aber in der Verteidigung tiefer.

Dass die Ausbeute der neuen Spieler etwas geringer ausfällt als die ihrer Vorgänger, liegt auch an der größeren Kadertiefe der Phantoms. Kulawick (15) und Dennis Schröder (7) stehen im Schnitt 22Minuten auf dem Feld, so dass die Einsatzzeit der ausländischen Profis entsprechend zurückgegangen ist.

Phantoms Braunschweig – Ulm, Freitag, 19.30 Uhr, VW-Halle.

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