BSG-Pistoleros müssen in die Bundesliga-Relegation

Oleg Omelchuk aus der Ukraine (vorn) gewann bei seinen sechs Einsätzen für die BSG sechsmal – und immer mit einer Weltklasse-Leistung. So wie hier beim Heimkampf gegen Broistedts Hans-Jörg Meyer.

Foto: Frank Rieseberg 

Oleg Omelchuk aus der Ukraine (vorn) gewann bei seinen sechs Einsätzen für die BSG sechsmal – und immer mit einer Weltklasse-Leistung. So wie hier beim Heimkampf gegen Broistedts Hans-Jörg Meyer. Foto: Frank Rieseberg 

Erst vielumjubelter 4:1-Sieg über Sülfeld, dann Trauerstimmung nach Pleite von Berlin und dem vorerst verpassten Klassenerhalt

Am Samstag war die Welt noch richtig in Ordnung für die Pistolen-Bundesliga-Schützen der BSG. Aber seit gestern verstehen sie die Welt nicht mehr. Das Team muss in die Relegation und weiter um den Erstligaverbleib bangen.

Riesengroß war die Freude, als beim vorletzten Vorrunden-Wettkampf im hessischen Kriftel Oleg Omelchuk, Markus Gather, Patrick Meyer, Dirk Naß und Marco Hanse das mit Spannung erwartete Derby gegen Sülfeld mit 4:1 gewannen. Fast die ganze Mannschaft aus Wolfsburg hatte bis vor zwei Jahren noch für die BSG geschossen und sich nach starken Ergebnissen dieses Jahr als Aufsteiger fast ganz nach vorn katapultiert.

Der letzte Wettkampf gestern gegen Bremen-Bassum war für die BSG damit vermeintlich egal geworden, der Klassenerhalt durch den Erfolg über Sülfeld scheinbar perfekt, weil alle Braunschweiger Konkurrenten im Abstiegskampf gegen absolute Topteams antreten mussten und nichts darauf hindeutete, dass sie diese hohen Hürden hätten nehmen können.

So boten gegen Bremen-Bassum zwar Patrick Meyer und Dirk Naß nach ordentlichen Ergebnissen am Vortag diesmal unterirdische Leistungen, und das Match ging unnötig 2:3 verloren. Aber trotzdem waren sich die Braunschweiger sicher, den Klassenerhalt in trockenen Tüchern zu haben. Vor allem Hanse, der seine Karriere bei der BSG nun beendet, überraschte am Wochenende mit zwei konstant starken Wettkämpfen.

Alles schien gut zu sein. Doch dann kam die schockierende Nachricht, dass die Mannschaft aus Fahrdorf Unglaubliches geschafft hatte, nämlich das Überfliegerteam vom PSV Olympia Berlin zu schlagen. So rutschte die BSG doch noch auf den vorletzten Rang, den Relegationsplatz. "Ich bin total geschockt und ratlos. Das kann nicht mit rechten Dingen zugegangen sein", schimpfte BSG-Teammanager Dieter Schröder und mutmaßte in erster Erregung Betrug beim Berlin-Match.

Schon nächste Woche steht die Relegation in Hannover an. Und Schröder kann eventuell nicht auf seinen Spitzenschützen aus der Ukraine zurückgreifen. "Wenn Oleg nicht kommt, gehen wir ab", meint Schröder. Besonders bitter: Vier der fünf Braunschweiger Niederlagen gingen mit 2:3 über die Bühne.

Auch die Sülfelder stehen nach ihrem kleinen Triumphzug plötzlich mit leeren Händen da. Nach der Pleite gegen die BSG verlor das Team auch gestern gegen Kriftel mit 1:4, rutschte punktgleich mit dem Tabellendritten auf Platz fünf ab und verpasste die Endrunde der deutschen Meisterschaft, für die sich nur die vier besten Nordklubs qualifizieren.

BSG – Sülfeld 4:1: Omelchuk – Giordano 392:388, Gather – Carmen Seeger 379:373, Meyer – Janikulla 369:375, Naß – Kutzeck 370:366, Hanse – Frank Seeger 372:370.

BSG – Bremen-Bassum 2:3: Nestruejev – Omelchuk 377: 388, Gevorgjan – Gather 381:376, Grieskamp – Meyer 369:361, Noeske – Naß 381:362, Sandmann – Hanse 372:372, Hanse gewinnt Stechen.

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