McElroy: "Ich kann nur mit gutem Beispiel vorangehen"

Immanuel McElroy will am MIttwoch mit den Phantoms seinen Ex-Club Berlin schlagen

Foto: Susanne Hübner

Immanuel McElroy will am MIttwoch mit den Phantoms seinen Ex-Club Berlin schlagen Foto: Susanne Hübner

Dreieinhalb Jahre hat er in Berlin gespielt und die Herzen der dortigen Basketballanhänger erobert. „Die Alba-Fans mag ich sehr“, sagt Immanuel McElroy. Und natürlich ist das morgige Gastspiel der Hauptstädter in Braunschweig für ihn ein besonderes Spiel.

„Vor allem will ich gewinnen, das ist das Wichtigste“, sagt der 31-Jährige. Das Wiedersehen mit seinem Freund Derek Allen und den anderen Mitspielern aus der Vorsaison, Bryce Taylor, Yassin Idbihi, Heiko Schaffartzik, Lucca Staiger und Sven Schultze, sei da eher eine nette Begleiterscheinug.

McElroy hatte die Hauptstadt nicht im Groll verlassen. „Es war einfach an der Zeit zu gehen“, meint er – nach der Meisterschaft 2008, dem Pokalsieg 2009 und dem Finale in diesem Jahr. Vor allem habe er seinem Körper nicht mehr die Doppelbelastung mit den Europacup-Reisen in der Woche zumuten wollen.

Wie sich die Berliner fühlen, nachdem sie ihren Saisonstart mit dem Aus in der Europaliga-Qualifikation und der Niederlage in Bremerhaven verpatzt haben, kann McElroy nachvollziehen. „Da ist immer unglaublich viel Druck für die, sie wollen ja Meister werden. Und sie werden gegen uns sehr aggressiv antreten – so wie die Münchner auch nach ihrer Auftaktniederlage.“

Aber auch die Braunschweiger haben etwas gutzumachen. Sie könnten durchaus mit einem perfekten Saisonstart und zwei Siegen dastehen, hätten sie beim 87:90 in München nicht so schwach verteidigt.
„Defensiv funktioniert es noch nicht bei uns, aber wenn wir oben mitspielen wollen, müssen wir besser verteidigen“, mahnt McElroy, der in den vergangenen fünf Jahren jeweils als bester Verteidiger der Liga ausgezeichnet worden war. „Besonders auswärts werden wir nichts gewinnen, wenn wir uns nicht schnellstens steigern.“

Tipps zu geben auf dem Feld an die Nebenleute sei aber in der Hitze des Gefechts nicht möglich. „Ich kann nur versuchen, mit gutem Beispiel voranzugehen.“ Entscheidend sei, dass alle Phantoms den Anweisungen der Trainer genau folgen, fordert der Routinier. „Das müssen wir noch viel konzentrierter umsetzen“, sagt er. „Es ist nicht das Problem, dass wir nicht verteidigen wollten.“ Auch Trainer Sebastian Machowski fordert vor allem mehr Konsequenz in den Aktionen. „Wir müssen nichts Neues lernen, sondern nur die Dinge besser machen.“

Blickt man auf McElroys persönliche Statistik, lässt sich eher Verbesserungsbedarf in der Offensive ablesen. Lediglich zwei Würfe und zwei Vorlagen in 32 Minuten waren die Ausbeute des neuen Phantoms-Stars in München. Viermal hatte er beim Heimsieg gegen Hagen geworfen. „Der Ball war ja kaum in meinen Händen“, sagt er entschuldigend. „Und ich bin niemand, der ihn fordert oder der sich beschwert, dass er zu selten in Ballbesitz ist.“

Das bestätigt auch Berlins Yassin Idbihi, der sich freut, am Mittwoch an seine alte Wirkungsstätte Braunschweig zurückzukehren, und der McElroy schon aus Kölner Zeiten kennt. „Mac ist einer der mannschaftsdienlichsten Spieler, die ich kenne“, schwärmt der Center. „Er ist der Einzige, der richtig gut spielen kann, selbst wenn er nur einen Punkt macht – das fasziniert mich.“

Der Texaner erledige all die kleinen Dinge, die die Fans nicht sehen, und mache die Mitspieler besser. „Kriegt er keinen Wurf, zwingt er es auch nicht, wie es 90 Prozent der Spieler tun, mit dem Ergebnis, dass dann meist ein schlechter Schuss dabei herauskommt“, lobt Idbihi. „Mac ist absolut selbstlos – da müssen die anderen schon drauf achten, dass sie ihn anspielen.“

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