"Wir müssen uns mehr unter Druck setzen"

Dynamisch zum Korb: Rich Melzer war Sonntag gegen Bremerhaven Topscorer der Phantoms.

Foto: Flentje 

Dynamisch zum Korb: Rich Melzer war Sonntag gegen Bremerhaven Topscorer der Phantoms. Foto: Flentje 

BRAUNSCHWEIG. Drei erschreckend hohe Pleiten gegen Berlin, in Bamberg und Tübingen und auch die hauchdünne Heimniederlage gegen Quakenbrück haben Braunschweigs Erstliga-Basketballer jeweils unverzüglich mit Siegen ausgebügelt. Dreimal sogar auswärts, in Oldenburg, Ludwigsburg und Trier, und am Sonntag mit dem ersten Heimsieg seit sechs Jahren gegen Bremerhaven.

"Das war so wichtig, sonst hätten wir in der Tabelle erstmal den Anschluss verloren", meinte Sportdirektor Oliver Braun nach dem Triumph im Nord-Duell erleichtert. Die Phantoms haben Qualität bewiesen, keine Missstimmung aufkommen lassen. Vielmehr steht die Mannschaft von Trainer Sebastian Machowski – Unkenrufen zum Trotz, sie sei personell schwächer geworden – nach den Ergebnissen momentan sogar besser da als in der Vorsaison. In den Paarungen, in denen bislang 12:10 Punkte gesammelt wurden, wiesen die Phantoms in der vergangenen Spielzeit nur eine Bilanz von 8:14 Zählern auf. Und dabei waren die Aufsteiger Bayreuth und Düsseldorf schwächer als heute München und Würzburg.

Trotzdem können die Braunschweiger nicht ganz zufrieden sein mit sich und sind es auch nicht. "Unsere Bilanz müsste besser sein", stellt Rich Melzer klar. Die knappe Heimniederlage gegen Quakenbrück wurmt, erst recht die 30-Punkte-Schmach von Tübingen. Nach wie vor rätseln die Phantoms, wie es ihnen passieren konnte, so wehrlos auseinanderzufallen.

"Klar ist, dass so etwas nicht passieren darf", sagt Melzer, der am Sonntag ein Vorbild an Kampfbereitschaft und zur Schau getragenem Selbstvertrauen sowie bester Punktesammler war. Als besondere Führungsfigur sah er sich dabei aber nicht. "Ich war nur ein Teil der Maschine, die diesmal richtig rund gelaufen ist." Auch Machowski lobte seine Schützlinge für ihr über weite Strecken hochklassiges Zusammenspiel und den gesteigerten Einsatzwillen als Voraussetzung für den Erfolg: "Nur so können wir solche Spiele gewinnen."

Um nun konstanter auf diesem hohen Niveau zu spielen, müsse die Mannschaft ihre Intensität auf dem Feld noch weiter hochschrauben, mahnt Melzer. Die als Außenseiter angetretenen Tübinger seien da ein gutes Beispiel für Einstellung und Selbstbewusstsein gewesen.

"Wir müssen uns selbst noch mehr unter Druck setzen", fordert der Amerikaner kritisch. Das Umfeld in Braunschweig sei sehr relaxed, da verweile mancher Profi möglicherweise zu sehr in seiner Komfort-Zone. "Immer Vollgas zu geben, ist nicht leicht", weiß Melzer. "Aber wenn wir unseren Hintern bewegen, können wir noch sehr viel Spaß haben diese Saison."

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