Lyß holt als erste Braunschweigerin Box-Landestitel

Die Braunschweiger Landesmeisterin Franziska Lyß mit (von links) BC-Trainer Thomas Meyer, Präsident Michael Rasehorn und Vitali Koslov.

Foto: BC 72 

Die Braunschweiger Landesmeisterin Franziska Lyß mit (von links) BC-Trainer Thomas Meyer, Präsident Michael Rasehorn und Vitali Koslov. Foto: BC 72 

Erstmals in der Braunschweiger Boxgeschichte hat eine Frau die Niedersachsenmeisterschaft gewonnen. Franziska Lyß vom Box Club 72 holte am Samstag den Titel in der Naumburghalle. Ihr Mannschaftskollege Vitali Koslov gewann seine Gewichtsklasse ebenfalls.

Die 18 Jahre alte Lyß traf im Finale der Klasse bis 54 Kilogramm auf Caroline Kalaycioglu. Sie dominierte die Gegnerin vom BSK Seelze über zwei von drei Runden, ließ aber im in der letzten Durchgang unnötig viele Aktionen von Kalaycioglu zu.

"Aus meiner Sicht war es ein enger Kampf gegen eine starke Gegnerin", sagte Lyß, die seit drei Jahren beim Box Club 72 trainiert und mit dem Finale erst ihren fünften Kampf bei den Senioren bestritt. Neben dem Titel gewann die 18-jährige von einem Sponsor ein Jahr lang gratis Sonntagsbrötchen. Was nun schöner sei, konnte sie noch nicht sagen.

"Das ist beides schon toll. Aber es dauert wohl noch ein paar Wochen, bis ich realisiert habe, das ich die Niedersachsenmeisterschaft gewonnen habe", erklärte die junge Boxerin, die keine Probleme damit hat, nicht dem sportlichen Rollenbild für Frauen zu entsprechen.

Im Gegenteil. "Ich kann jeder Frau nur raten, zum Boxen zu gehen. Man wird dadurch selbstsicherer und selbstbewusster", sagte Lyß, die ihre Schlaghand als ihre Stärke nennt. Und die braucht sie auch. Denn Frauenboxen sei nicht nur besser als Männerboxen, weil technisch versierter, sondern auch härter. "Frauen nehmen untereinander keine Rücksicht", sagte Lyß.

"Ich bin sehr stolz auf die beiden", lobte BC72-Cheftrainer Thomas Meyer und meinte damit auch Vitali Koslov, der mit Magenproblemen in seine beiden Kämpfe der Klasse bis 81 Kilogramm ging. Er sei nicht ohne Grund zum besten Kämpfer des Abends gekürt worden. "Vitali hat sich vor dem Halbfinale drei mal übergeben und trotz seiner Schmerzen wie ein Löwe gekämpft und verdient gewonnen. Und man darf nicht vergessen, das er mit seinen 21 Jahren noch ein junger Boxer ist", sagte Meyer. Koslov setzte sich im Finale gegen Daniel Plaume vom ABC Lingen durch.

Die beiden anderen Boxer aus Braunschweig, Martin Kollek (-69 kg) und Eduard Hermann (-81 kg), verloren ihre Halbfinalkämpfe. Kollek hatte mit Tobias Eylitz vom BSC Kenpokan dabei einen extrem starken Gegner, der dem Braunschweiger Boxer in allen Belangen überlegen war, so dass Meyer das Handtuch warf.

Die Freude beim Ausrichter der Titelkämpfe trübte das aber nicht. "Insgesamt war die Veranstaltung sehr schön und wir haben viel positives Feedback bekommen", freute sich Meyer vor allem über die gute Zuschauerresonanz. Die 13 Finalkämpfe am Abend verfolgten an die 300 Zuschauer.

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