Lions verlieren hochklassiges Duell

Hamburger triumphieren auf der Roten Wiese – Schönball: Wir haben nicht das gezeigt, was wir können

Lions-Quarterback Volker Schönball läuft Haken schlagend durch die Hamburger Abwehrreihe. In dieser Szene blockt die Braunschweiger Offense den Weg für ihren Anführer perfekt frei.

Foto: Frank Rieseberg 

Lions-Quarterback Volker Schönball läuft Haken schlagend durch die Hamburger Abwehrreihe. In dieser Szene blockt die Braunschweiger Offense den Weg für ihren Anführer perfekt frei. Foto: Frank Rieseberg 

Mit Riesen-Optimismus, großer Entschlossenheit und vor Selbstbewusstsein strotzend startete das Lions-Flag-Team ins Finale um die deutsche Meisterschaft. Doch als der Schlusspfiff ertönte, jubelten nur die Hamburg Pioneers Snappers auf dem Sportplatz Rote Wiese. Die Braunschweiger schlichen nach dem 20:26 (7:9) traurig mit hängenden Köpfen vom Platz.

Doch für solche Betrübtheit gab es gar keinen Grund. Das Lions-Flag-Team hatte, auch wenn nicht alles klappte wie es sollte, ein großartiges Spiel geliefert und deutlich dazu beigetragen, dass dieses Finale Werbung im positivsten Sinne für diese Randsportart war. Beide Kontrahenten verdeutlichten, dass Football auch ohne Rüstung und ohne Tacklings sehenswert und attraktiv sein kann.

Trost war das für die Gastgeber allerdings nicht. "Diese Niederlage ist ganz bitter. Die Hamburger haben das Spiel nicht gewonnen, sondern wir haben es verloren", resümierte Spielmacher Volker Schönball und meinte damit, dass die eigenen Fehler die Niederlage besiegelt hätten. "Wenn wir nur das gemacht hätten, was wir können, wären wir als deutsche Meister vom Platz gegangen."

Schönball ist Quarterback, also Anführer auf dem Platz, und Cheftrainer zugleich. "Das hat sich mit der Zeit wegen fehlender Alternativen so ergeben. Aber hilfreich ist diese Konstellation nicht immer", meinte Schönball.

Die Hamburger wirkten in den entscheidenden Situationen einen Tick leichtfüßiger und reaktionsschneller und hätten sich schon frühzeitig absetzen können. Offenbar wirkte sich das Heimrecht mit vielen ehemaligen Mitstreitern, Freunden und Verwandten als Kulisse an der Seitenlinie eher als Belastung denn als Beflügelung für die Braunschweiger aus.

Aber sie zeigten großes Kämpferherz, gaben nie auf und waren kurz vor Schluss sogar drauf und dran den Ausgleich zu erzielen. Doch daraus wurde nichts. Stolz sein dürfen die Lions trotzdem. Nach dem Halbfinal-Aus im Vorjahr wurden sie immerhin Vizemeister. Nur einmal, 2005, haben sie in ihrer Klub-Geschichte besser abgeschnitten.

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