Niklas Beims macht große Sprünge

Pokal und Urkunde müssen mit aufs Bild: Niklas Beims ist stolz auf seinen ersten großen Titel. 

Pokal und Urkunde müssen mit aufs Bild: Niklas Beims ist stolz auf seinen ersten großen Titel. 

Wenn Niklas Beims von seiner Sportart spricht und schwärmt, sucht er immer wieder nach den passenden koreanischen Begriffen, überlegt kurz und umschreibt es dann doch lieber gleich auf Deutsch.Es gibt jede Menge Fachbegriffe im Taekwondo, es ist gar nicht so einfach, sich alle zu merken oder zu erklären. Auch nach sechs Jahren nicht, die Beims jetzt Mitglied in der Taekwondo-Sparte des SC Budokan Braunschweig ist. Der Erfolg leidet darunter ganz und gar nicht.

In diesem Jahr feierte Beims bei seinem ersten großen Auftritt auch gleich seinen ersten großen nationalen Titel: Bei den deutschen Meisterschaften in Nordenham landete der Braunschweiger in seinem letzten Jahr als Junior in der Rot-Gurt-Klasse auf Rang eins. Beim Formenlauf, eine Aneinanderreihung von Schritt- und Technikfolgen, die einem Kampf gegen einen imaginären Gegner gleichen, überzeugte er die fünfköpfige Jury. "Es treten in jeder Runde zwei Teilnehmer an, der bessere kommt eine Runde weiter", erklärt Beims. Angst vor speziellen Gegnern habe er nicht. "In erster Linie kannst du dich nur selbst schlagen." Elemente wie die richtige Gleichgewichtsverlagerung, Konzentration oder etwa Rhythmusgefühl müssen stimmen.

Bereits im vergangenen Jahr hatte sich Beims, der am vergangenen Montag seinen 18. Geburtstag feierte, für die deutschen Titelkämpfe qualifiziert, ein Auslandsjahr in den USA verhinderte jedoch die Teilnahme. "Es war schon bitter, nicht an der Meisterschaft teilnehmen zu können", erinnert sich Beims, der im Juni nach Deutschland zurückkehrte – und natürlich gleich wieder ins Training einstieg.

Während seines Auslandsaufenthaltes hatte Beims pausiert. "In Amerika ist eine andere Art des Taekwondo populär", berichtet der Schüler, der die zwölfte Klasse der IGS Franzsches Feld besucht. In den USA würde beispielsweise ausschließlich mit den Füßen gekämpft, hierzulande setzen die Athleten auch ihre Hände ein. "Ich habe ein Probetraining absolviert, aber die amerikanische Form sagte mir nicht so zu – und so habe ich das Jahr über nur Fußball in der Schule gespielt", berichtet der Braunschweiger, der mit seiner Familie in der Südstadt lebt.

Zwei, drei Wochen benötigte das Talent, um nach der langen Pause zu alter Form zu finden. "Ich bin während der Zeit gewachsen, hatte also nicht mehr das gleiche Körpergefühl. Darüber hinaus fehlten Teile aus der Theorie", erklärt Beims, den die vielen Facetten seines Sport besonders reizen: Neben dem Formenlauf gibt es im Taekwondo zudem den Kampf und sowie den Bruchtest. "Im Kampf zählen ganz andere Elemente als beim Formenlauf. Es ist nicht immer das Gleiche, so wie im Fußball beispielsweise."

Im kommenden Jahr möchte Beims seine Schwarz-Gurt-Prüfung meistern. "Darüber hinaus würde ich gerne Mitglied der Nationalmannschaft werden", erklärt der Schüler. Das für dieses Wochenende angesetzte Kadertraining musste der junge Braunschweiger allerdings absagen. "Ich feiere meinen 18. Geburtstag mit meinen Freunden", berichtet Beims.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
    Weitere Artikel aus diesem Ressort