Zwei Säulen für die Wucht nach vorn
Braunschweig Ein deutliches Zeichen ihres Könnens wollen die Lions am Samstag setzen, im Europapokal, im ersten Heimspiel der neuen Saison.
Die Braunschweiger Footballer wollen endlich raus aus dem Mittelmaß. Und zwei tragende Säulen des Angriffs sind alles andere als Mittelmaß. Sören Wendland ist mit offiziell 1,98 Metern Körperlänge und 135 Kilo Kampfgewicht einer der größten und wuchtigsten Lions. Und Ballträger Sven Rosemann, dem unter anderem Wendland die Wege in die gegnerische Endzone freiblocken soll, ist nur auf dem Papier mit 1,73 Metern und 83 Kilo einer der Kleinsten im Team. Auf dem Feld soll Rosemann dieses Jahr ein ganz Großer werden.
Rosemann, der 2009 zu den Braunschweigern kam, hat in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass er als Runningback großes Potenzial besitzt. Aber meist durfte der 22-Jährige nur als zweite Option ran, weil traditionsgemäß die Runningback-Position von Amerikanern besetzt wird. Doch das Konzept von Cheftrainer Phil Hickey verspricht Rosemann so viel Einsatzzeit wie noch nie. Und ganz besonders am Samstag gegen den dänischen Meister Triangle Razorbacks.
Denn im Europapokal dürfen nur drei Amerikaner auf dem Spielbogen auftauchen. Die Lions haben vier. Und Hickey hat entschieden, dass Ballträger Jabari Johnson nicht mitspielen wird. „Es geht nicht darum, was einer kann. Es geht darum, was für die gesamte Mannschaft am besten ist. Jabari ist ein Profi mit enorm viel Erfahrung. Er hat die Entscheidung verstanden“, ist Hickey überzeugt.
So könnte es ein wunderbarer Abend für Rosemann werden, der bereits im ersten Europapokalspiel in Mailand beim 56:0-Sieg restlos überzeugt. „Sven ist ein richtig Guter“, findet der Cheftrainer. „Der beißt sich durch.“ Gut zur Geltung kommen kann der flinke Mann mit der Nummer 23 aber nur, wenn ihm Wendland und dessen Nebenleute die Lücken reißen, die er braucht.
Wendland kam Mitte der vergangenen Saison zu den Lions. Die Verpflichtung des Ausnahmekönners galt als kleine Sensation. Denn gute Männer in der Offenseline sind rar gesät. Und an Wendland war die halbe Bundesliga dran. Der Hüne mit der Nummer 79 sammelte erste Bundesliga-Erfahrung in Hamburg, ehe es ihn in die USA zog. Und dort spielte Wendland fünf Jahre erfolgreich Universitäts-Football. „Ich will nicht sagen, dass Sören der beste deutsche Offenseline-Spieler ist, aber er gehört unbedingt zu den besten fünf, in die Startaufstellung der Nationalmannschaft. Da gibt es keinen Zweifel“, meint Hickey.
Im neuformierten Lions-Team hat der 27-Jährige eine Führungsrolle inne und wurde auch zu einem von fünf Team-Kapitänen gewählt. „Seine Einstellung und sein Auftreten sind vorbildlich. So wünscht sich das ein Trainer“, lobt Hickey. Aber Mittelmaß kann der Coach ja auch nicht gebrauchen.
•EFAF-Europapokal,
Lions – Triangle Razorbacks,
Samstag, 28. April, 18 Uhr, Eintracht-Stadion
