Zum Eingewöhnen ein Kantersieg
Lions feiern mit den Fans Saisoneröffnung und gegen den Zweitligisten Düsseldorf Panther einen 64:2-Erfolg
BRAUNSCHWEIG. Das Wetter war besser als vorhergesagt. Und die Braunschweig Lions waren es auch. Im Testspiel auf die in zwei Wochen beginnende Football-Saison siegten der völlig neu formierte deutsche Meister gegen die Düsseldorf Panther 64:2 (36:0).
Einseitig ging es schon zu auf der Roten Wiese, die den Lions als Trainingsgelände dient. Aber langweilig wurde es den 1100 Zuschauern während der Partie gegen den Zweitligisten nicht. Sie genossen es, ihre Protagonisten hautnah zu erleben, so dicht, wie es im Stadion sonst gar nicht möglich ist.
"Wer ist denn das?", lautete am Samstag die meist gestellte Frage. Der große personelle Umbruch beim Rekordmeister hat das Gesicht des fast 70-köpfigen Lions-Kaders fremd gemacht. "Ich habe mal die Aufstellung durchgesehen. Ich kenne nur rund 30 Namen auf der Liste", wunderte sich auch Frank Söhlke. Das Urgestein der Braunschweiger hatte erst vor eineinhalb Jahren seine Karriere beendet.
Drei Akteure feierten sogar Premiere, bestritten ihr erstes Football-Spiel überhaupt – die neuen Kicker. Oder wie Cheftrainer Javier Cook es ausdrückte: "Jetzt wissen die drei, wie es ist, beim Sport einen Helm aufzuhaben." Tobias Goebel, Simon Lotze und Timo Heickel haben es genossen. Das Trio hatte vor einigen Wochen bei einem Jedermann-Training den besten Eindruck hinterlassen und wurde seither von Braunschweigs Kicker-Legende Steffen Dölger getrimmt.
"Es hat riesigen Spaß gemacht, auch wenn noch nicht alles so lief, wie es sein sollte", meinte Lotze. Und Goebel fügte hinzu: "Wir sehen uns nicht als Konkurrenten. Wir helfen uns gegenseitig und geben einander Tipps."
Eine Premiere erlebte auch Ballfänger Dominic Hanselmann, der von Kiel nach Braunschweig wechselte. "Ich habe noch nie gegen meinen Vater gespielt. Das war schon lustig. Auch wenn bei mir nicht alles wie gewünscht lief", erzählt der Ballfänger. Vater Martin, der ehemalige Bundestrainer, fungiert als Cheftrainer der Düsseldorfer.
Die hatten in ihren Reihen einen der besten Ballfänger, die je in der Bundesliga gespielt haben, und er ist in Braunschweig wohl bekannt – Estrus Crayton. Von 1997 bis 2000 war der heute 37-Jährige der große Star bei den Lions.
Einer, der sich anschickt, eine ähnliche Karriere bei den Lions zu machen, heißt Ryan Voss. Der US-Amerikaner war mit seinem Debüt hochzufrieden: "Es war gut. Ich habe alle Pässe gefangen und zwei Touchdowns gemacht. Quarterback Dennis Zimmermann und ich kommen langsam in Rhythmus."
Zwei Punkte erhielten die Lions wie Düsseldorf für Safetys. Den Rest besorgten: Ryan Voss (12), Simon Haubold, Patrick Finke, Christian Bollmann, Dominic Hanselmann, Sven Rosemann, Prince Baffour, Marcus Jannaschk (alle 6), Tobias Goebel (5), Timo Heickel (2) und Simon Lotze (1).



