Zu viele Fehler im neuen Lions-System
Trainerwechsel bringt noch keine Impulse für eine Wende – Nach 14:29 in Dresden ist Viertelfinale in Gefahr
BRAUNSCHWEIG. Nach dem Rauswurf von Trainer Javier Cook warteten die Fans der Braunschweig Lions am Samstag vergeblich auf den großen Ruck im Team. Bei den Dresden Monarchs verlor der deutsche Footballmeister schon seine dritte Saisonpartie.
Somit sind die siegesverwöhnten Braunschweiger unter ungewohnten Druck geraten. Für den Serienmeister ist sogar das Viertelfinale in Gefahr. "Definitiv. Dessen sind wir uns bewusst und denken jetzt nur noch von Spiel zu Spiel", sagt Bastian Kypke, im neuen Trainer-Trio der Lions zusammen mit Dogan Özdincer vornehmlich für die Defensive verantwortlich.
In diesem Mannschaftsteil lief es schon besser als zuletzt gegen Spitzenteam Berlin. Aber noch nicht gut genug. Die Braunschweiger hatten vor allem mit Dresdens Runningback Michael Andrew Probleme und mussten sich mit 14:29 (0:6, 7:10, 0:6, 7:7) beugen.
Das Hauptproblem lag aber in der wenig durchschlagskräftigen Offensive. "Wir haben ein neues System einstudiert", berichtete Kypke. Bei der Umsetzung der Ideen des dritten Mannes im Coaching-Stab, Knut Kasimir, habe es aber noch gehapert – was angesichts von nur einer Trainingseinheit kein Wunder ist.
Die beiden folgenschweren Ballverluste, die die Lions auf die Verliererstraße brachten, führte der Trainer auf entsprechende Abstimmungsprobleme zurück und wollte sie nicht Quarterback Dennis Zimmermann allein anlasten.
Die Dresdener, Mannschaft des früheren Lions-Trainers Gary Spielbuehler, waren trotz einer langen Spielpause bestens vorbereitet und nutzten die Fehler ihrer Gäste eiskalt. Die Braunschweiger führten nur einmal kurzzeitig beim 7:6 nach einem Touchdown von Christian Bollmann.
Zimmermanns Ballverlust kurz vor der Halbzeit ließ die Gastgeber aber auf 16:7 davonziehen, und sie erhöhten nach der Pause schnell auf 22:7. Doch die Lions schöpften beim 14:22 Zwischenstand nochmal Hoffnung. Der für Zimmermann aufs Feld gekommene Pepjin Mendonca hatte Ballfänger Dominic Hanselmann in der Endzone gefunden, Kicker Tobias Goebel schaffte erneut den Extrapunkt.
Aber der nächste riskante Spielzug ging schief. Die Lions versuchten einen Onside-Kick, um in Ballbesitz zu bleiben. Weil das jedoch scheiterte, gelang den Dresdenern aus einer guten Position der entscheidende Touchdown.
"Aber es geht bei uns in die richtige Richtung", meinte Braunschweigs Sportdirektor Dirk Miehe, und auch Kypke gibt sich zuversichtlich: "Wir haben den frischen Wind, die Stimmung ist gut, und sie ist auch nach der Niederlage nicht umgeschlagen." Mit Siegen in Stuttgart und gegen Dresden wollen die Lions nun wieder auf Viertelfinalkurs gehen.

