Zimmermann: Gegen Berlin könnte das Passspiel klappen
An Spielmacher Dennis Zimmermann reiben sich die Lions-Fans. Ihre Meinungen sind kontrovers. Die einen halten immer zu ihm, die anderen halten den 29-Jährigen für schlicht überfordert als Angriffsführer, und der Bundestrainer hält Zimmermann für stark genug, um ihn für den deutschen Football-WM-Kader zu benennen.
Vor dem wichtigen Auswärtsspiel in Berlin dürfte das für zusätzliche Motivation bei dem Braunschweiger sorgen, der zu den wenigen deutschen Quarterbacks in der Bundesliga zählt, die als Stammspieler ihre Mannschaft führen. Zumeist sind es Amerikaner, die auf dieser Position den Ton angeben.
Vom 8. bis 16. Juli wird in Österreich der WM-Titel ausgespielt. Der vorläufige deutsche WM-Kader umfasst 75 Spieler, später wird auf 45 Akteure reduziert. Zum großen Kreis zählen neben Zimmermann auch die Lions-Spieler Benjamin Krahl (Defense Back, Passverteidiger) sowie Hemaseh Heidary und Christian Bollmann. Die beiden Letzteren sind Wide Receiver, also Ballfänger und abhängig von Spielmachern, die gut und weit werfen können. Zimmermann kann das. Zuletzt gegen Mönchengladbach allerdings konnte er dieses Können nicht beweisen.
"Das war wohl die beste Abwehrreihe Europas, die da gegen uns gespielt hat. Und wenn du nur eineinhalb bis maximal zwei Sekunden Zeit hast, um einen Wurf abzufeuern, wird es für die Receiver fast unmöglich, auf ihre Positionen zu laufen", erklärt Zimmermann das Dilemma. Aber er fährt optimistisch nach Berlin. "Die Adler sind für mich die beste Mannschaft in Europa. Aber sie haben nicht eine so gute Abwehr wie Mönchengladbach. Da könnte was gehen mit Pässen."
Die zuletzt viel kritisierte Offenseline, seine Schutztruppe, nimmt Zimmermann ausdrücklich in Schutz. "Die reißen sich in jedem Spielzug den Hintern auf. Da kann ich keinem einen Vorwurf machen. Aber was der Offenseline fehlt, ist die nötige Eingespieltheit. Ich bin sicher, dass uns die kommende sechswöchige Pause diesbezüglich sehr hilft. Aber auch am Samstag wird es schon eine Verbesserung geben. Da bin ich mir sicher", so Zimmermann.
Es wäre doch zu schön, wenn das Braunschweiger Angriffs-Trio ausgerechnet beim Eurobowl-Finalisten Berlin mal zeigen könnte, warum man bei der WM auf keinem Fall auf diese drei Lions verzichten sollte.
Berlin – Braunschweig, Samstag, 18 Uhr, Friedrich-Jahn-Stadion

