Wenn die Lions spielen, kommen manche Fans extra aus München
Anhänger stehen mit Fahnen Spalier, Schüler führen Spieler auf den Platz
BRAUNSCHWEIG. Dauerregen. Mehr als zwei Stunden vor dem Lions-Spiel lassen sich die ersten Football-Fans nicht vom Wetter abhalten und beginnen, ein friedliches und rauschendes Familienfest im Stadion zu feiern. Eine halbe Stunde vor dem Kick-off nieselt es nur noch, die 4550 Fans sind fast alle da. Gut gelaunt und erwartungsfroh.
Auch Anne Rach (24) und Diana Sickert (23) fiebern dem Saisonstart der Lions entgegen. Die beiden sind extra aus München angereist. "Die Lions sind einfach total sympathische Jungs", meint Anne Rach, die selbst bei den Munich Cowboys als Spielmacherin und Ballfängerin Football spielt.
Ihre Freundin hat es früher mal mit Rugby versucht, findet die Braunschweiger aber trotzdem klasse. "Nächste Woche spielen die Lions ja in Bayern bei den Plattling Black Hawks. Da sind wir auch. Das ist ja nicht so weit."
Inzwischen ist es aber so weit, dass die Mannschaften einlaufen können. Alles wartet auf die Lions. Auch 20 sehr treue Fans, die zum Saisonauftakt traditionell mit riesigen Fahnen Spalier stehen, wenn ihre Helden ins Stadion stürmen.
Und dann kommen sie. Aber nicht allein. Erstmals hat jeder Braunschweiger Footballer ein Kind an der Hand. So wie man das vom Fußball kennt. Gestern waren das Schüler von der Realschule in Meinersen und von der Hauptschule in Rüningen.
Plötzlich, Mitte der ersten Spielhälfte, heller Sonnenschein vom Himmel und helle Begeisterung über das 17:3 der Lions. Am Ende schließlich ist es wieder dicht bewölkt, am Himmel und auch in den Herzen der Fans. 20:34 für Dresden. Damit hatte keiner gerechnet. Auch Cheftrainer Matthias Engisch nicht. "Wir haben nie gesagt, dass wir jedes Spiel gewinnen werden. Wir haben versprochen, dass wir kämpfen. Und das haben wir getan."
Mit Blick auf nächste Woche zeigt auch der Boss Kampfgeist: "Dort fahren wir hin, um zu gewinnen." Sonnenschein bis zum Schlusspfiff, darüber würden sich nicht nur Anne Rach und Diana Sickert freuen. Dafür aber ganz besonders, quasi als Entschädigung für die diesmal so lange Reise ohne Happy End.
