Topteams buhlen um Idol Rainbow
Football-Lions wollen Spielmacher als Co-Trainer – Kiels Coach Anderson möchte ihn weiter als Spieler haben
BRAUNSCHWEIG. Adrian Rainbow ist ein Idol für die Fans der Braunschweig Lions. Der Football-Spielmacher hat zwischen 1997 und 2006 acht Jahre lang die Erfolgsgeschichte der Braunschweiger wesentlich mitgeschrieben. Kommt er als Co-Trainer zurück?
"Adrian ist ein guter Freund. Und irgendwie habe ich immer gehofft, dass er irgendwann einmal zurückkehrt. Nicht als Spieler, sondern als Co-Trainer oder für eine andere Aufgabe. Seine Erfahrung ist einfach goldwert. Und ich habe diese Hoffnung noch nicht aufgegeben", sagt Lions-Sportdirektor Dirk Miehe.
Nach mehreren Gesprächen mit Rainbow glaubte Miehe sogar daran, dass Rainbow noch diese Saison mit den Lions zusammenarbeiten könnte, nicht von Anfang an, aber in der wichtigsten Phase bis zum Saisonende.
Rainbow (38) stammt aus Kanada. Er wurde einst vom ehemaligen Lions-Trainer Kent Anderson nach Deutschland geholt. Beide bildeten ein Erfolgsduo, das den Lions insgesamt vier Titel bescherte. Anderson war der Boss an der Seitenlinie, Rainbow der Chef auf dem Platz.
Nach dem Titelgewinn 2006 folgte der Quarterback seinem Cheftrainer nach Kiel zu den Hurricanes. Zusammen formten sie eine Mannschaft, die schnell zu den besten in Deutschland zählten. Im Vorjahr wurde Kiel Nordmeister vor Braunschweig. Erst im Play-off-Finale stoppten die Lions Rainbow und seine Nebenleute. Und dann beendete Rainbow aus beruflichen Gründen seine Karriere.
Er startete seinen neuen Job als promovierter Lehrer an einer Universität in der Schweiz. Und das ließ Footballspielen in Deutschland aus Zeitgründen einfach nicht mehr zu.
So hoffte Miehe noch stärker als vorher, dass Dr. Rainbow zumindest in den Semesterferien mal in Braunschweig vorbeischaut und vielleicht die Lions-Quarterbacks für ein paar Wochen unter seine Fittiche nimmt. Doch gerade in den vergangenen Wochen gab es immer wieder Gerüchte, Rainbow würde weiter spielen wollen – für Kiel.
Anderson war Gast am Sonntag beim Saisoneröffnungsspiel der Lions gegen Stuttgart und drehte das Rad der Spekulationen noch ein Stückchen weiter. "Ich habe mit Adrian gesprochen. Es war ein gutes Gespräch. Vielleicht wird er wieder für uns spielen, ab Juni/Juli bis zum Saisonende", sagte Anderson und schob ohne Luft zu holen hinterher, "aber unterschrieben ist nichts, eine feste Zusage gibt es nicht. Alles ist offen, aber es kann sein."
Anderson ist sich offenbar auch bewusst, dass solch eine Äußerung, noch dazu in Braunschweig beim großen Rivalen um den Titel, für Unruhe sorgt.
Doch Miehe bleibt locker. "Ich finde es schade, wenn Adrian nach Deutschland kommt, aber nicht zu uns. Und wenn es am Geld liegen sollte, muss ich das akzeptieren." An seinem Traum ändert das nichts. "Irgendwann kommt Rainbow wieder zu den Lions. Davon bin ich überzeugt."
