Spiel gedreht und trotzdem verloren
27:28-Niederlage in Dresden – Lions-Footballer schaffen nach 7:21-Rückstand zwischenzeitliche 27:21-Führung
BRAUNSCHWEIG. Der dritte Platz und damit die sichere Qualifikation für die Play-offs schienen den Braunschweig Lions in der Football-Bundesliga schon sicher. Doch die 27:28 (0:7, 7:7, 20:7, 0:7)-Niederlage beim Tabellenletzten Dresden Monarchs stellt alles in Frage.
Nur drei Spiele noch stehen in der regulären Punktrunde auf dem Programm. Zweimal müssen die Lions gegen die übermächtig wirkenden Kieler ran. So wird das Heimspiel am Sonntag gegen Südligist Plattling Hawks zu einer Schlüssel-Partie. Nur ein Sieg hilft. Doch selbst wenn der gelingen sollte, haben die Braunschweiger noch nichts sicher.
"Klar. Wir spüren den Druck. Aber das müssen wir aushalten, wenn wir in die Play-offs wollen", sagte Lions-Cheftrainer Matthias Engisch. Die Niederlage in Dresden hat er zwar noch nicht abgehakt. "Aber ich kann keinem einzelnen Spieler die Schuld geben. Wir haben grundsätzlich ordentlich gespielt, es war wieder ein Schritt nach vorn. Wir haben in einem engen Spiel knapp verloren", meinte Engisch und erläuterte: "Da wirkt sich auf beiden Seiten vieles aus. Mal kommt ein Verteidiger zu spät, mal vergibt der Kicker einen Punkt. Wir hätten bloß noch einmal punkten müssen. Dann wäre es gut ausgegangen."
Gleich zweimal versiebte Kicker Tobias Goebel einen Erhöhungspunkt nach einem Braunschweiger Touchdown. Einen Punkt holten sich die Gäste noch zurück, indem es ihnen gelang, nach dem nächsten Touchdown mit der schwierigeren Variante per Spielzug zu erhöhen. Dafür gibt es zwei Zähler.
So blieb eine sehenswerte und auch erfolgreiche Aufholjagd der Lions im dritten Viertel unbelohnt. Sie ließen sich vom zwischenzeitlichen 7:21-Rückstand überhaupt nicht beeindrucken und wandelten ihn in eine 27:21-Führung um. Ballträger Austin Scott lief sich in einen regelrechten Spielrausch.
Die eigene Abwehr gab ihm dazu die Möglichkeit. Denn unmittelbar nach dem 13:21 fing Kerim Homri einen Pass der Gastgeber ab und holte den Braunschweigern schnell und unplanmäßig das Angriffsrecht zurück. Die Quittung folgte prompt. Wenig später stand es 21:21.
Und als die Lions nach diesem erfolgreichen Angriff den Ball zurückkickten, unterlief einem Dresdner ein krasser Fehler, Uli Jason Ulbrich sicherte den Ball per Fumble. Und die Lions gingen kurz darauf sogar mit 27:21 in Führung, aber eben wegen eines vergebenen Erhöhungskicks nur um sechs statt der möglichen sieben Zähler nach vorn. Das war nach erneuten Gegenpunkten zu wenig.
Der alles entscheidende letzte Angriff des Spiels gehörte sogar den Lions, die nur ein Fieldgoal (drei Punkte) zum Sieg benötigt hätten. Sie kontrollierten Gegner und Uhr, kamen der Dresdner Endzone immer näher – bis ein Pass von Spielmacher Dennis Zimmermann auf Tyrre Burks von Dresdens Abwehr-Ass Dominick Goodman gefangen wurde. Das war’s.