Sechs Gründe, warum die Lions gescheitert sind
Football-Saison ist für den Meister schon zu Ende
BRAUNSCHWEIG. Für die Braunschweig Lions ist die Football-Saison erstmals seit 1995 mit dem Ende der Punktspiele beendet. Keine Play-offs, keine Titelchance.
Weil die Assindia Cardinals aus Essen gegen ein B-Team der Dresden Monarchs 69:21 gewannen, sind die Lions nur Fünfter und Gruppenletzter in der Bundesliga Nord. Der Abstieg ist für den Rekordmeister trotzdem kein Thema. Die Hamburg Blue Devils hatten kurz vor Saisonbeginn zurückgezogen. Die Berlin Rebels rücken nächstes Jahr nach.
Die Hauptgründe, warum die Lions so früh gescheitert sind:
Hiobsbotschaft eins: Kelvin Love, der große Angriffs-Star mit neuem Vertrag in der Tasche, wird vor Saisonbeginn per Haftbefehl gesucht. Der Amerikaner hatte eine Strafe nicht bezahlt, bei Einreise drohte die Festnahme. Die Lions kündigten folgerichtig seinen Vertrag.
Hiobsbotschaft zwei: Die Hamburg Blue Devils geben auf. Das einnahmenträchtigste Heimspiel für die Lions entfällt. Somit war das Budget für Neu-Verpflichtungen während der Saison eingeschränkt.
Hiobsbotschaft drei: Der große Hoffnungsträger und Love-Ersatz Ryan Voss verletzt sich schon im dritten Spiel so schwer, dass er das ganze Rest-Jahr ausfällt.
Fehler eins: Javier Cook wird als Trainer Mitte der Saison gefeuert. Besser wäre eine Saison ganz ohne Cook gewesen. Schon vor dem Titelgewinn 2008 stimmte die Chemie zwischen Mannschaft und Trainer nicht mehr.
Fehler zwei: Schnell war klar, dass in zweiter Abwehrreihe ein Top-Spieler fehlt. Viel zu spät wurde Glücksgriff Donald Thomas geholt.
Fehler drei: Wer mit deutschem Spielmacher spielt, braucht einen überragenden Import-Ballfänger. Als Voss verletzt war, wurde viel zu spät reagiert. Und dann kam mit Tyrea Allen ein völliger Fehlgriff.
