Rainbow beweist Ausdauer und Charme bei Glückwunsch-Marathon
Fans und ehemalige Mitspieler feiern legendären Spielmacher der Lions
BRAUNSCHWEIG. Für Adrian Rainbow war es noch einmal ein anstrengender Tag in Braunschweig. Ein letzter Triumphzug, den er sichtbar genoss. Und für viele Fans der Lions-Footballer war der Samstag ein schöner Tag, obwohl ihre Lieblinge auf dem Platz gegen Kiel mit 7:20 verloren.
Der legendäre ehemalige Spielmacher war mit seiner Lebensgefährtin extra aus seiner neuen Heimatstadt Zürich angereist, um beim letzten Heimspiel der Saison für seine Verdienste um den Football in dieser Stadt geehrt zu werden. Minutenlang feierten die Fans Rainbow vor dem Spiel mit lautstarken Sprechchören, als dieser mit einer Zeremonie in die "Hall of Fame", die Ruhmeshalle der Lions, aufgenommen wurde. Er ist das siebte Mitglied dieses Klubs der im wahrsten Sinne des Wortes Auserwählten.
"In unserer kleinen Kommission mussten wir lange Zeit heiß diskutieren, wer das nächste Mitglied werden sollte", sagte Rene Stammer mit Ernst in der Stimme und fügte sogleich mit einem spitzbübischen Lächeln hinzu: "Nach weniger als einer Minute war uns allen klar: Das kann nur Adrian Rainbow sein."
Viele Weggefährten von Rainbow waren ins Stadion gekommen, um ihren Leitwolf zu begrüßen. Und als kleine Überraschung schenkten sie dem Kanadier eine Videobotschaft via Anzeigentafel. Viele Ehemalige kamen zu Wort und blickten mit Witz und Ironie auf vergangene glorreiche Zeiten zurück.
Eine Kostprobe: "Ich möchte mich bei dir Adrian bedanken, dass ich dich so lange beschützen durfte – auf dem Feld und auf Mallorca", rief Frank Söhlke dem 40-Jährigen zu.
Und die Herzlichkeiten nahmen schier kein Ende. Die ehemalige Nummer 3 der Lions musste Autogramme schreiben bis die Finger fast wund wurden. Und er stand mit enormer Ruhe und dem ihm eigenen großen Charme jedem privaten Fotowunsch mit erstaunlicher Ausdauer und ehrlicher Freundlichkeit zur Verfügung.
So ungewöhnlich wie Rainbow eben ist, so außergewöhnlich waren seine Leistungen für die Lions. Noch immer, fünf Jahre nach seinem letzten Spiel im Lions-Trikot, hält Rainbow nicht weniger als elf Vereinsrekorde. Von den sieben nationalen Titeln, die die Braunschweiger seit 1997 gewannen, holte dieser Spielmacher, Anführer und Publikumsliebling fünf.
Die Partie gegen die Baltic Hurricanes war optimal geschaffen für diese Ehrung, denn Rainbow beendete seine Karriere in Kiel. So schlugen ein bisschen zwei Herzen während der Partie in seiner Brust. Sein Fazit: "Ich hatte Braunschweig so gewünscht zu siegen, aber Kiel hat verdient gewonnen." Auch der Satz hat Charme.
Das Spiel war vorbei, der Glückwunsch-Marathon für Rainbow aber noch lange nicht.

