Ohne Durchschlagskraft und Disziplin
Lions-Footballer verlieren in Berlin mit 6:9 – Abwehrreihen dominierten, Braunschweiger Angriff zu ideenlos
BERLIN. Die Braunschweig Lions haben es versäumt, aus Fehlern der Konkurrenz zu profitieren. Die Footballer bleiben aber trotz einer völlig unnötigen 6:9 (6:6, 0:0, 0:0, 0:3)-Niederlage bei den Berlin Adler Tabellenführer der Bundesliga Nord.
Hässliches Wetter, hässliches Spiel – so ließe sich diese Partie am besten kurz und knapp beschreiben. Denn bei Dauerregen beherrschten beide Abwehrreihen die gegnerischen Angriffslinien fast nach Belieben. Und eine Flut an Raumstrafen sorgte für gefühlt unendlich viele Unterbrechungen. 130 Meter Raumstrafen der Gastgeber standen 170 der Braunschweiger gegenüber.
Während die Adler es nicht einmal schafften, in die Braunschweiger Endzone zu segeln, erzielte Christian von Einem wenigstens einen Touchdown für die Lions. Bezeichnend: von Einem ist Abwehrspieler, nutzte eine Unachtsamkeit des Berliner Angriffs zum Ballgewinn und trug das Ei in die Endzone. Die Adler kamen nicht einmal in die Nähe eines Touchdowns, punkteten aber durch drei Field-Goals, die jeweils von Benjamin Scharbeit getreten wurden.
Erfreulich war für die Braunschweiger an diesem verkorksten Sonntagnachmittag, dass keine neuen Verletzten zu den bisherigen hinzugekommen sind. Allerdings muss Andre Krüger für seine Unbeherrschtheit büßen. Nach seinem Platzverweis wegen eines persönlichen Fouls wird er mindestens am Samstag im nächsten Spitzenspiel gegen die Hamburg Blue Devils eine Zwangspause einlegen müssen. Vielleicht wird er auch länger gesperrt.
Wie befürchtet hatten die Lions nach dem Ausfall von Spielmacher Dennis Zimmermann größte Mühe, ein pfiffiges Angriffsspiel mit Überraschungsmomenten aufzuziehen. Erst nach der Pause, als sich Christian Bollmann und Kelvin Love als Quarterback abwechselten und mehr Spielzüge als zuvor über den neuen Ballträger Michael Andrew liefen, wurde es besser.
Doch immer, wenn die Braunschweiger sich mühsam weit in die gegnerische Hälfte vorgekämpft hatten, führten eigene Fehler oder Fouls oder Ballverluste dazu, dass sie um den Lohn gebracht wurden.
Die Lions dürfen sich bei den Dresden Monarchs bedanken, dass sie noch die Tabellenführung inne haben. Denn der Tabellenzweite aus Kiel verlor völlig überraschend in Dresden. Und so bleiben die Braunschweiger in der Tabelle zwei Spieltage vor Ende der regulären Saison mit einem Zähler Punktedifferenz zu den Kielern vorn. Rie

