Niederlage beim Hickey-Debüt
Mit 7:37 (0:34) verloren Braunschweigs Bundesliga-Footballer am Samstag bei den Kiel Baltic Hurricans. Und trotz der deutlichen Niederlage im seinem ersten Spiel als Lions-Cheftrainer, sieht Phil Hickey die gesteckten Ziele als erreicht an. "Bei diesem Spiel ging es uns einzig darum Informationen zu sammeln und Spaß zu haben. Und das ist uns sehr gut gelungen", begründete Cheftrainer Phil Hickey, warum ihn die Niederlage nicht sonderlich schmerzte. "Wir mussten uns bisher nur auf uns konzentrieren und konnten uns nicht auf den Gegner vorbereiten. Das wird zum Rückspiel am Samstag anders sein", sagte Hickey und versprach verbesserte "Löwen" zum nächsten Spiel.
"Schritt für Schritt", sagte Ballträger Austin Scott in gebrochenem Deutsch. Dass ausgerechnet das einen Teil der wenigen deutschen Worte ausmacht, die der US-Amerikaner kennt, zeigt, worum es bei den Lions in den nächsten Wochen geht. Der Ende der Woche eingeflogene Ballträger belebte den Angriff der Braunschweiger sichtlich, sah die Lücken, tankte sich durch. Ihm gelang auch der erlösende Touchdown sieben Minuten vor Schluss. Mit Scott soll nun Schritt für Schritt die Talfahrt beendet werden. Die Niederlage in Kiel war immerhin die fünfte in Folge des Rekordmeisters.
Fünf Spiele haben die Lions auch noch in der regulären Spielzeit zu bestreiten. Fünf Siege und man zieht in die Meisterschaftsendrunde ein, glaubt Hickey. Der Schlüssel zum Erfolg: Spaß am Spiel. Der neue Cheftrainer wird nicht müde, das zu wiederholen. Und findet damit in Scott einen Anhänger dieser Philosophie. "Wer kein Spaß hat, macht Fehler und verkrampft. Spaß haben bedeutet ja nicht albern zu werden, sondern das Spiel, das man liebt, zu genießen", erklärte Scott.
Die späten Punkte der Braunschweiger waren dann auch so etwas wie der Spaßretter auf dem Ausflug nach Kiel. Die Freude über den Touchdown entsprechend groß, nachdem zuvor wenig lief. Besonders in der ersten Hälfte, als die Defensive die Kieler Ballempfänger viel zu frei laufen ließ sowie Ausnahme-Runningback Michael Andrews nicht stoppen konnte, und dem Lions-Angriff offensichtlich noch das Timing für die neuen Systeme Hickeys fehlte. "Aber ich habe mit dem Chaos gerechnet. Nicht, dass es so groß wird, aber wir waren darauf vorbereitet. Ich bin sogar etwas überrascht, dass der Angriff in der ersten Hälfte den Ball überhaupt so gut nach vorne bringen konnte, wie er es tat", sagte Hickey.
Besser wurde es in der zweiten Hälfte. "Nach einer sehr guten Ansprache", wie Laufverteidiger Kerim Homri sagte, lief es besser. Außerdem wurde beim Gegner nun Andrews geschont. "Unser Ziel war es, die zweite Hälfte zu gewinnen. Das ist uns geglückt. Und ich wollte den Kampfgeist der Jungs sehen. Den haben sie gezeigt", sagte der Cheftrainer zufrieden, der erstmals an der Braunschweiger Seitenline stand.
