Lions wollen die Rebels vor sich her jagen
Braunschweiger fahren am Sonntag zum Nachholspiel der Football-Bundesliga nach Berlin
BRAUNSCHWEIG. Um 12 Uhr mittags geht es für erste Vorbereitungen auf den Platz, danach Umziehen, letzte Besprechungen in den Katakomben, dann gegen 14 Uhr Aufwärmen, Spielbeginn – das alles bei sengender Sonne und in voller Montur samt Helm.
Wer ein Spiel in der Football-Bundesliga während dieses Bruthitze-Sommers auf 15 Uhr legt, denkt nicht genug an die Spieler.
"Das ist schon heftig – für alle", sagt Lions-Cheftrainer Matthias Engisch. Mehr ist ihm nicht zu entlocken. Er muss es hinnehmen wie seine Löwen und die Fans, die sich aufmachen, wenn die Braunschweiger am Sonntag zum Nachholspiel bei den Berlin Rebels antreten.
Hinnehmen muss Engisch auch, dass die Berliner auf einen unbekannten Aushilfsplatz laden. Ihr Heimstadion steht nicht zur Verfügung. Noch eine Unwägbarkeit.
Egal. Eines ist klar: Mit kraftsparendem Sommer-Football wird in der Hauptstadt wenig auszurichten sein – auch nicht beim Vorletzten der Nordgruppe.
"Das 23:3 aus dem Hinspiel hat nur wenig Aussagekraft", warnt Engisch. "Nach der ersten Halbzeit stand es 3:3 – das sollte niemand vergessen. Wenn die Rebels einen guten Tag erwischen, können sie jeden in der Nordgruppe arg in Bedrängnis bringen."
Um die Gastgeber gar nicht erst rebellisch werden zu lassen, ist die Marschroute klar: "Wir müssen von der ersten Sekunde an Druck machen und zeigen, was wir wollen: gewinnen!", sagt Engisch.
Dass der Trainerstab vor einem Rückspiel den Gegner nach allen Regeln der Footballkunst analysiert und seziert hat, sieht Engisch kaum als Vorteil. "Vor dem ersten Aufeinandertreffen weiß man halt in der Regel nur, wie der Gegner gegen andere Mannschaften gespielt hat. Insofern bringt einen das Hinspiel schon weiter, man erkennt das System. Aber das gilt halt auch für den Kontrahenten."
Und so entscheiden oft die Spielzüge und Umstellungen, die der Trainerstab austüftelt. Wer hat die entscheidenden Kniffe in der Hinterhand? Engisch und Co. – da können die Rebels sicher sein.
"Wir haben uns akribisch vorbereitet", sagt Lions-Quarterback Dennis Zimmermann und warnt: "Die Rebels haben eine richtig gute Defense." Auch er hält das Hinspiel-Ergebnis für wenig aussagekräftig. "Wir hatten damals auch eine schöne Portion Glück. So klar war der Abstand zwischen beiden Mannschaften nicht", sagt Zimmermann. Selbstkritik, die belegt, dass die Lions am Sonntag eines auf keinen Fall machen werden: die Rebels unterschätzen.
German Football League: Berlin Rebels – Braunschweig Lions, So. 15 Uhr, Stadion Forkenbeckstraße
