Lions wieder mit leeren Händen
Braunschweiger Football-Angreifer finden kein Mittel gegen überragende Abwehr der Kiel Baltic Hurricanes
KIEL. Die Abwehr der Braunschweig Lions kommt genau zum richtigen Zeitpunkt mächtig in Fahrt. Doch im Angriff klappt immer noch nicht genug. Und so verlieren die deutschen Meister auch beim Spitzenteam in Kiel und bleiben Tabellenletzte.
In einer Abwehrschlacht im Holstein-Stadion setzten sich die Gastgeber mit 13:3 durch. Immer wieder drängten die Defensivreihen auf beiden Seiten die Angreifer selbst in aussichtsreichsten Positionen zurück. So waren beide Teams gezwungen, öfter als üblich ihre Kicker aufs Feld zu holen. Dabei schaffte es Tobias Goebel erneut, aus fast 50 Metern durch die Torstangen zu schießen. Sein Gegenüber aus Kiel versagte zweimal aus kürzeren Distanzen, traf aber auch zweimal.
"Unsere Abwehr hat eine klare Ansage bekommen: Kiel darf mit ihrem Parade-Angriff nicht mehr als 14 Punkte machen. Und das ist eindrucksvoll gelungen", sagte Lions-Sportdirektor Dirk Miehe.
Warum es aber im Angriff der Braunschweiger weitgehend hakte, erklärt sich aus dem Statement von Hurricanes-Coach Kent Anderson. Sein Team habe es endlich einmal geschafft, in der Abwehr in allen vier Vierteln hoch konzentriert zu arbeiten. Es habe diesmal keinen Einbruch gegeben. Das sei der Schlüssel zum Erfolg gewesen, sagte Anderson.
Die Football-Fans dürfen sich also auf den nächsten Samstag freuen, wenn es im Eintracht-Stadion zur Revanche kommt. Und für die Braunschweiger zu einem Endspiel um die Play-off-Teilnahme. Im schlimmsten Fall ist das Rückspiel gegen Kiel das letzte Lions-Heimspiel in diesem Jahr.
Das Ziel des Braunschweiger Angriffs in Kiel war es, variabel Lauf- und Passspiel zu kombinieren. Aber der sonst so starke Ballträger Jabari Johnson fand kaum ein Mittel, die Kieler Abwehrmauer zu durchbrechen. So wurde Spielmacher Dennis Zimmermann gezwungen, fast ausschließlich auf das risikoreichere Passspiel zu setzen.
Und genau das war schon in den vergangenen Spielen der wundeste Punkt im Lions-Spiel. Den Ausschlag für die erneute Niederlage gaben zwei Pässe von Zimmermann, der immer wieder hart attackiert wurde, die in den Armen gegnerischer Spieler landeten.
Neben Christian Bollmann und Dominic Hanselmann bediente Zimmermann auch häufig Neuzugang Tyrea Allen. Doch der US-Amerikaner konnte noch keine entscheidenden Akzente setzen.
Im Rückspiel im Eintracht-Stadion, so hoffen die Lions, kann das schon deutlich besser aussehen. "Wenn wir es noch einmal schaffen, die Kieler unter 14 Punkten zu halten, gewinnen wir. Die spielen mit ihrer Abwehr nicht acht Viertel auf diesem Niveau", ist Miehe überzeugt.
