Lions überrennen die Blue Devils
Manche Siege kann man schwer einschätzen. Aber das ist manchmal auch völlig egal. Nach Wochen und Monaten fast ausschließlich schlechter Nachrichten hatten die Lions-Footballer gestern endlich einmal Grund zum Jubeln. Balsam für geschundene Fan-Seelen.
Das einzige Testspiel zur Vorbereitung auf die neue Bundesliga-Saison, die für die Lions am 24. April mit dem Heimspiel gegen die Dresden Monarchs beginnt, gewann der deutsche Rekordmeister gestern Nachmittag bei prächtigem Football-Wetter in Itzehoe gegen den ehemaligen Erzrivalen Hamburg Blue Devils verdient mit 41:6 (7:0, 20:0, 0:6, 14:0).
Für die Braunschweiger Punkte sorgten Ballfänger Christian Bollmann (18), Ballträger Sven Rosemann (12), Ballfänger Hemaseh Heidary (6), Kicker Tobias Goebel (3) und Christian Heimfeld (2) aus der Defenseline mit einem sogenannten Safety. Einen seiner drei Touchdowns erzielte Bollmann mit einem Lauf über 80 Meter bis in die Hamburger Endzone.
"Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden mit meiner Mannschaft", resümierte Braunschweigs neuer Cheftrainer Seth Womack zurückhaltend und fügte hinzu: "Ich bin enttäuscht vom Gegner. Ich hatte wirklich gedacht, dass die Devils viel stärker sind."
Die Hamburger, die sich früher jahrelang im Titelrennen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Braunschweigern geliefert hatten, mussten nach einem Lizenzentzug in der untersten Klasse weiterspielen und sind inzwischen wieder in der 2. Bundesliga angekommen.
Mit vier US-Spielern traten die Devils an, während die Lions zur Überraschung der rund 150 mitgereisten Braunschweiger Fans unter den etwa 500 Zuschauern alle internationalen Neuzugänge draußen ließen. Die Engländer und Amerikaner standen fast alle während der Partie nur am Spielfeldrand, waren nicht einmal spielfertig umgezogen.
So blieb es bis auf Jabari Johnson den deutschen Spielern vorbehalten, beim Trainer Eindruck zu schinden. Und das gelang allen Mannschaftsteilen nach einer rund zehnminütigen Eingewöhnungsphase, in der nicht alles rund lief, sehr ordentlich. Vor allem die Schutztruppe des Spielmachers wusste sehr zu gefallen.
