Lions stehen vor einem Jahr des Umbruchs
Der neue Trainer Javier Cook muss etliche Leistungsträger ersetzen – aber Quarterback Zimmermann bleibt
BRAUNSCHWEIG. Javier Cooks Erfolgsliste ist lang. Der neue Cheftrainer des deutschen Footballmeisters Braunschweig Lions war mit den Bergamo Lions italienischer Meister und scheiterte 2005 erst im Eurobowl-Finale an den Vienna Vikings.
Ähnlich erfolgreich möchte der 47 Jahre alte Footballtrainer, der einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben hat, auch in Braunschweig sein. "Ich werde aber keine hochtrabenden Saisonziele formulieren, bevor der Kader steht", sagt der frühere Runningback. Als Trainer bei den Berlin Adlers und Dresden Monarchs hatte Cook bereits das heutige Lions-Trio Andre Krüger, Muk Kang und Olaf Fischer unter seinen Fittichen.
"Jeder muss wissen, was er auf dem Feld tut und warum. Ich arbeitete gern mit jungen Spielern, die sind meist noch formbar", nennt der in Berlin lebende Trainer Teile seiner Philosophie. Er soll seinen Schwerpunkt auf die Abwehrarbeit legen.
Lions-Sportdirektor Dirk Miehe: "Wir sind froh, dass wir in Javier Cook einen anerkannten Fachmann verpflichten konnten, der uns, die Liga sowie auch den amerikanischen Markt gut kennt. Dies hilft uns, für die nächsten Jahre eine gute Mannschaft zusammenzustellen."
Der Nachfolger von Gary Spielbühler muss einen ähnlichen Neuaufbau stemmen wie Troy Tomlin vor sieben Jahren. "Wir hoffen dass Routiniers wie Dennis Engelbrecht und Lars Dittmann sich weiter unsere Trikots überstreifen werden", sagt Miehe. Der will die verstärkte Suche nach deutschen Talenten nicht als Absage der Lions an amerikanische Spieler verstanden wissen.
Außer Kelvin Love würden auch 2008 weitere Import-Spieler im Aufgebot stehen. Miehe rechnet fest mit Jabari Johnson, während im Fall Matt Crocketts, der zu Paris Flash wechseln will, die Zeichen ebenso auf Trennung stehen wie beim Franzosen Laurent Marceline. Für zwei weitere Jahre hat der deutsche Quarterback Dennis Zimmermann bei den Lions unterschrieben.
Cook: "Der Verjüngungsprozess bei meinen früheren Teams in Berlin und Dresden ist deutlich weiter vorangeschritten." Die zwölfte Endspiel-Teilnahme der Lions hinterein- ander wird also alles andere als ein Selbstgänger. Welche Spielernamen auf seiner Wunschliste stehen, will der Trainer natürlich nicht verraten, um keine Konkurrenten wachzurütteln.
"Wir arbeiten mit Hochdruck am siebten Titelgewinn und wollen wieder ein schlagkräftiges Team auf die Beine zu stellen", versichert Sportdirektor Miehe. Doch angesichts des beruflich- und altersbedingten Karriereendes etlicher Leistungsträger müssten die Lions vor der neuen Saison vielleicht ein kleines bisschen bescheidener werden.
