Lions-Rückwärtsläufer schaltet in den Vorwärtsgang
Es ist immer gut, wenn man weiß, was der Gegenspieler als nächstes macht, was er kann und vor allem, was er nicht kann. Wer gegen Muk Kang von den Braunschweiger Footballern erfolgreich verteidigen will, hat es dieses Jahr doppelt schwer. Denn der 31-Jährige weiß alles, hat umgelernt, spielt nach fünf Jahren bei den Lions in der Passverteidigung seit dieser Saison als Ballfänger – und somit gegen Passverteidiger der Gegner.
"Wir hatten einfach zu wenige Wide Receiver. Ich habe das zuletzt mal in der Jugend gespielt. Und da hat mich unser neuer Trainer Seth Womack gefragt, ob ich mir auch vorstellen könnte, im Angriff zu spielen", erzählt Kang.
Und in der neuen Rolle fühlt er sich sehr wohl. Allerdings hat der dreifache deutsche Meister auch festgestellt: "Es ist anstrengender, in der Abwehr zu spielen. Du musst mehr arbeiten, kannst praktisch nur reagieren, bist dabei überwiegend im Rückwärtsgang unterwegs, was die Sache nicht einfacher macht. Und im Angriff gibt es klar definierte Routen, die man laufen muss."
Ziel der Ballfänger ist es, große Raumgewinne zu erreichen, zum einen durch gefangene Pässe und zum anderen durch Laufspiel mit dem gefangenen Ball. Und am Ende soll im besten Fall ein Touchdown zu Buche stehen, in der Endzone der Gegner.
Wie sich das anfühlt, hat Muk Kang vor zwei Wochen zwar im ersten Punktspiel als Ballfänger noch nicht erleben dürfen. Aber er kennt das Gefühl. "Ich habe als Passverteidiger schon viele Bälle abgefangen, die meisten in meiner Sahnesaison 2008. Und da bin ich auch einmal mit dem Ball bis in die Endzone gelaufen. Das war schon ziemlich klasse", schildert der Mann, der einst aus Berlin den Weg nach Braunschweig fand.
Schnell hatte sich Kang bei den Fans beliebt gemacht. Und einige der treuen Anhänger rieben sich beim Saison-Auftaktspiel der Lions verwundert die Augen, als sie die gewohnte Nummer 8 im Trikot mit der 38 sahen und dann auch noch im Angriff. "Die 8 behalte ich. Sie war aber nicht im Paket mit den neuen Jerseys und musste erst nachbestellt werden", erklärt Kang den Nummernsalat.
Doch welches Trikot er auch trägt, der 31-Jährige, der es nicht ausschließt, auch mal wieder zwischendurch in seiner geliebten Abwehr auszuhelfen, ist heiß auf seinen ersten Touchdown als Ballfänger. Vielleicht klappt es ja am Samstag beim Gastspiel in Mönchengladbach.
