Lions feuern Cheftrainer Seth Womack
Am Freitag Vormittag verschickten die Braunschweig Lions eine Pressemitteilung, wonach ihr Football-Team mit Cheftrainer Seth Womack am Sonntag in Düsseldorf am Scheideweg stehe. Den hatte der Klub aber bereits am Vorabend beschritten und den Trainer gefeuert. Die Kommunikationspanne ist ein Indiz mehr dafür, dass bei Braunschweigs Footballern derzeit vieles drunter und drüber geht. Eine Bestätigung für die Entlassung Womacks von Vereinsseite gab es gestern nicht. Aus Spielerkreisen allerdings wurde die Personalie bestätigt, und auch der Coach, der am Donnerstagabend vor vollendete Tatsachen gestellt worden war, äußerte sich.
"Ich habe keine Ahnung warum. Ich wurde über die Entscheidung informiert, Gründe wurden mir nicht genannt", sagte Womack mit Wehmut und Unverständnis in der Stimme. "Die Jungs sind mir mittlerweile ans Herz gewachsen. Ich hoffe, sie werden den Rest der Saison erfolgreich bestreiten können."
Auch bei den Spielern herrscht etwas Ratlosigkeit. Am Donnerstag wurden sie zunächst per Mail und erst gestern Abend in einer Teamsitzung über die Gründe der Trainerentlassung informiert. "Es kam etwas überraschend, wir müssen jetzt erst mal abwarten. Wir als Mannschaft standen jedenfalls geschlossen hinter Seth", sagte Team-Kapitän Christian Petersen gestern Mittag.
Spielmacher Dennis Zimmermann kritisiert die Trennung vom Trainer nicht – allerdings ihren Zeitpunkt: "Der ist am Abend vor dem letzten Training vor einem ganz wichtigen Spiel falsch gewählt", sagt er. "Es vor der Sommerpause zu tun, wäre sinnvoller gewesen, dann hätte sich die Mannschaft mit den Ideen des neuen Trainers vertraut machen können."
Dass die Arbeit mit Womack sportlich nicht erfolgreich gewesen sei und es aus den Reihen des Teams auch mal Kritik gegeben habe, sei hingegen unstrittig, meinte Zimmermann. Wer Nachfolger des US-Amerikaners wird, soll erst am Samstag bekannt gegeben werden.
