Lions basteln am langfristigen Erfolg
Braunschweig Fit sind die Footballer, aber sind die Lions auch finanziell gesund genug, um das große Ziel, den Gewinn der deutschen Meisterschaft, zu erreichen?
Bei den Braunschweigern ist ein Mann für beides verantwortlich, für die Fitness der Spieler und gesunde Finanzen: Phil Hickey fungiert als Cheftrainer und Manager in enger Zusammenarbeit mit Namenssponsor New Yorker. Das Modeunternehmen hatte Ende vergangener Saison die am Rande der Pleite stehende Vermarktungsgesellschaft übernommen. Von Rettung in letzter Sekunde war die Rede gewesen. Und Verantwortliche des Unternehmens haben seitdem immer wieder beteuert: „Die Lions sind uns eine Herzensangelegenheit.“
Allerdings, und auch das wurde und wird immer wieder betont, ist New Yorker nicht gewillt, die finanzielle Last allein zu tragen. Und schon gar nicht für länger andauerndes Mittelmaß. Hickey ist quasi zum Erfolg verpflichtet – auf dem Platz, etwa heute im ersten Heimspiel der Saison gegen die Berlin Adler, und bei der Sponsorensuche.
Dabei war es für Hickey anfangs nicht eben hilfreich, dass drei alte und in Braunschweig gut bekannte Sponsoren abgesprungen sind. Doch zusammen mit dem Modeunternehmen wurden neue gefunden, teils sogar solche, die zuvor noch nie etwas mit Football zu tun hatten und auch gar nicht in Braunschweig ansässig sind.
„Enorm geholfen hat uns, dass wir es geschafft haben, sehr schnell einen Pool von kleineren Sponsoren aufzubauen“, erklärt der Manager, der mit einem Etat von rund 700 000 Euro kalkuliert und dafür einen Zuschauerschnitt von rund 3000 Fans, also soviel wie im Vorjahr, eingeplant hat.
Zu den größeren Geldgebern zählen die Volksbank, Rako (ein weltweit operierender Etiketten-Spezialist), Hygia (Fitnesscenter), Devil-Computer, Rauch und Tabac Original. Die beiden Letzteren haben rein gar nichts mit Zigaretten zu tun, sondern mit Frischmenüs und männlicher Körperpflege.
Dem Pool, der in Anlehnung an das Gründungsjahr des Klubs Lions-Pool 1987 heißt, gehören schon 37 Firmen an. Für ihr Engagement bezahlen sie 1987 Euro pro Saison.
Und Hickey stellt klar: „Wir kaufen keinen kurzfristigen Erfolg. Deutsche Spieler bekommen kein Gehalt. Wir wollen keine Spieler, die jedes Jahr dorthin gehen, wo am meisten geboten wird, wir wollen Spieler, die sich mit den Lions und den Fans identifizieren. Wir wollen etwas aufbauen, was Substanz besitzt. Dafür versuchen wir, beruflich weiterzuhelfen und den jungen Menschen Perspektiven zu bieten.“
Aber was ist, wenn das mit dem aktuellen Kader nicht klappt? „Grundsätzlich haben wir ein sehr gutes Team. Aber wir sind noch selbst unser härtester Gegner, machen zu viele Konzentrationsfehler, handeln uns zu viele Strafen ein. Um das abzustellen, benötigt man Training, aber keine anderen Spieler“, erklärt Hickey, der trotzdem nicht ausschließt: „Es kann gut sein, dass noch der ein oder andere zu uns stößt. Aber auch das werden Leute sein, die ins Konzept passen.“
•Lions – Berlin Adler,
Samstag, 18 Uhr, Eintracht-Stadion



