Laufspiel ist der Schlüssel zum Erfolg
Die Ballträger führen Braunschweig in Frankfurt zum 20:14-Finalerfolg über die Kiel Baltic Hurricanes
FRANKFURT/MAIN. Den schweren Meisterpokal in den Händen hüpfte Ulli Gravogl wie ein Gummiball über den Rasen der Frankfurter Arena. Er jubelte den knapp 2000 mitgereisten Lions-Fans zu. Freudetrunken feierte der Angreifer des deutschen Footballmeisters aus Braunschweig die Titelverteidigung mit Mitspielern, Betreuern, Trainerstab und den Anhängern.
"Wir sind eine Play-off-Mannschaft und immer stark, wenn es um den Titel geht", hatte Lions-Spielmacher Dennis Zimmermann vor dem Kick-off gesagt und hinzugefügt: "Mir ist es egal, ob ich im Spiel nur einen Pass werfe, Hauptsache wir gewinnen." Und das Laufspiel wurde zum Schlüssel für den Braunschweiger Erfolg. Allerdings erst nach der Halbzeitpause.
Im zwölften Endspiel hintereinander dauerte es vor 16 177 Zuschauern eine Weile, ehe erste Versuche herausgespielt wurden. Dies lag mehr an Nervosität und Missverständnissen auf beiden Seiten, als an überragender Abwehrarbeit. Zimmermann warf dem Kieler Leonard Green den Ball in die Arme, nachdem seine Receiver andere Laufwege als die abgesprochenen eingeschlagen hatten.
Durch ein eigenes Missverständnis gingen die Lions gar in Führung. Als Zimmermann den Ball seinem Runningback Jabari Johnson übergeben wollte, setzte der zum Block gegen einen Kieler an und war über seinen Ballbesitz ebenso überrascht wie die gegnerische Defensive. Johnson trug trotz Stolperer den Ball über 55 Meter zum ersten Touchdown in die Kieler Endzone.
Nur 15 Meter erlief Michael Andrew vor der Pause für die Lions. Gut hatte Kiels Coach Kent Anderson seine Abwehr eingestellt. DeMario Williams Super-Block gegen den Fieldgoal-Versuch von Matthias Eck war es zu verdanken, dass die im zweiten Viertel dominierenden Hurricanes nicht mit einer 10:7-Führung in die Kabine gingen.
Die Zeit dort nutzten die Braunschweiger besser und zogen 92 Sekunden nach Wiederbeginn mit dem ersten von zwei Touchdowns durch Andrew 14:7 davon. 134 Meter erlief der zum wertvollsten Spieler des Finales gewählte Brite nach der Pause und wurde zum Garanten für den Braunschweiger Sieg.
Der geriet nur noch in Gefahr, als Steffen Dölger nach dem dritten Touchdown ungewohnt seinen Kick nicht verwandelte, und die Kieler im Schlussviertel durch einen tollen Pass von Adrian Rainbow auf Brandon Langston dicht vor Braunschweigs Endzone kamen.
Als Rainbow sich dort zu viel Zeit beim Abspiel ließ, wurde er von zwei Lionsspielern getackelt, den freien Ball nahm Dennis Engelbrecht auf. Am Spielfeldrand brach ein Jubelsturm unter den Lions aus. Der sonst so schweigsame Engelbrecht: "60 Sekunden vor Schluss war allen klar, dass uns der Titel nicht mehr zu nehmen war."

