Kerim Homri ist einer der wenigen Lichtblicke bei den Lions
Braunschweig Die Braunschweiger Footballer wollen am Sonntag im letzten Saisonspiel gegen die Berlin Rebels noch einmal Vollgas geben.
Nur vier Siege in bislang 13 Spielen ist keine Bilanz, auf die man stolz sein kann, wenn vorher das Erreichen der Play-offs nicht einmal als Minimalziel, sondern als Selbstverständlichkeit erklärt wurde. Mit dem drittletzten Rang in der Achterliga wurde die K.o.-Runde um die deutsche Meisterschaft klar verfehlt.
Wenn eine Mannschaft alle ihre Ziele verpasst, liegt das nicht an einem Menschen, nicht an einem Trainer und schon gar nicht an einem Spieler. Es hat vieles nicht zusammengepasst. Umso erstaunlicher ist es, dass trotzdem einige wenige im Lions-Kaders Herausragendes geleistet haben. Allen voran Kerim Homri. Der Bundesliga-Spieler des Jahres 2012 hat sich wieder einmal als eine so gut wie unüberwindbare Hürde in der Abwehr der Braunschweiger erwiesen.
In den 16 Bundesliga-Mannschaften der Nord- und Südgruppe sind jeweils rund 20 Akteure aktiv, die mit Abwehraufgaben betraut sind. Und Homri steht in der Statistik an vierter Stelle und sogar auf dem ersten Platz, wenn man nur deutsche Spieler berücksichtigt – und damit gibt es bei den Lions doch noch mindestens einen Helden. Ein zweiter heißt Pete Adams. Der Kanadier wurde Mitte der Saison nachverpflichtet und steht in seiner Effektivität, also in den Durchschnittswerten pro Spiel (9,4 Tackles, zu Boden bringen des balltragenden Gegners), mit Homri gleichauf, aber einen Rang vor ihm.
„Ich habe mir vorgenommen, eines meiner besten Spiele zu zeigen“, sagt der 23-jährige Homri vor dem Duell am Sonntag und beweist Kampfeslust. Dabei plagt sich der Linebacker, der früher bei den Junior Lions gespielt hat, mit Blessuren herum. Erst gab es Probleme mit der Schulter, dann schmerzte sein im Vorjahr operiertes Knie. Zwei Spiele musste Homri pausieren, doch gegen die Rebels will der Mann mit der Nummer 51 unbedingt zurückkehren.
„Ja, es stimmt. Für den Körper ist jedes Spiel, jeder Einsatz, jeder Zusammenprall eine Tortur. Aber es macht Riesenspaß. Und am liebsten würde ich pausenlos auf dem Feld stehen, nicht nur, wenn die Defense raus muss“, erklärt Homri.
Da muss man erst jemanden finden, der sich wie dieser Held freut, wenn der eigene Angriff den Platz erzwungenermaßen viel zu früh verlassen muss. Doch obwohl es um nichts mehr geht, hat sich das ganze Team geschworen, noch einmal wie in den vergangenen drei Spielen zu kämpfen, als gehe es um die deutsche Meisterschaft. So was zu üben, kann schließlich nicht schaden. Man weiß ja nie, wie schnell solche Fähigkeiten dringend benötigt werden. Vielleicht nächstes Jahr. Träumen muss erlaubt sein.

