Johnsons Soli waren die Höhepunkte
Rumpfteam der Football-Lions verliert in Innsbruck und scheidet im Europapokal aus – Nur der Ballträger glänzte
BRAUNSCHWEIG. Die Footballer der Braunschweig Lions können sich mit aller Kraft auf die Titelverteidigung in der Bundesliga konzentrieren. Im Eurobowl-Viertelfinale verlor das Team beim vorjährigen Champion Innsbruck Raiders mit 7:35 und schied aus.
Die Österreicher bewiesen den völlig neu formierten, stark verjüngten und diesmal zusätzlich wegen Verletzungen personell arg gebeutelten Lions was es heißt, die Nummer zwei in Europa zu sein. Ohne groben Fehler spulten die Raiders ein Football-Feuerwerk ab, dem die Braunschweiger nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen hatten.
Zu schwer wogen die Ausfälle beim deutschen Rekordmeister, der in der vordersten Angriffs- und Abwehrlinie, dort, wo die starken, hünenhaften Männer um die Vorherrschaft kämpfen, eine ganze Handvoll Stammspieler ersetzen musste.
Vor allem die Offenseline, die Schutztruppe von Spielmacher Dennis Zimmermann, wurde immer wieder von einer in die andere Verlegenheit gebracht. Dadurch war dem Quarterback die nötige Zeit für schlaue Aktionen geraubt.
Zahlreiche Neulinge im Team von Cheftrainer Javier Cook, die bisher nur gelegentlich zum Einsatz kamen, spielten komplett durch und mussten Lehrgeld zahlen. Immer wieder kassierten die Braunschweiger zudem Strafen für undiszipliniertes Verhalten. Das wird im Football mit Raumstrafen geahndet. Und diese Raumgewinne nutzten die Raiders gnadenlos aus.
So stand es zur Pause bereits 28:7 – was im Fußball einem 4:1 entspricht. Trotzdem keimte bei den Lions ein letztes Fünkchen Hoffnung, die Partie doch noch drehen zu können. Das hatte vor allem zwei Gründe: Sowie Zimmermann auch nur ein bisschen Zeit zum Handeln fand, inszenierte er mit weiten Würfen Atem beraubende, spektakuläre Angriffe.
Und gegen Ballträger Javier Johnson fanden die Innsbrucker nie ein Mittel. der Runningback war bester Braunschweiger.
Dass es trotzdem nicht für ein besseres Resultat reichte, lag an den taktisch klug spielenden Gastgebern. Nach der Pause besaßen die Braunschweiger weniger als 5 der 24 Minuten Spielzeit lang das Angriffsrecht. Dafür steigerte sich die Lions-Abwehr deutlich. Erst Sekunden vor Schluss gelang den in der zweiten Hälfte wenig riskierenden Raiders der letzte Touchdown.

