Johnson und Wolk melden sich aus dem Lazarett zurück
Lions wollen Neulinge Andrew und Lanser gegen Stuttgart erstmals einsetzen
BRAUNSCHWEIG . Wie ein Feldherr auf seinem Hügel wird am Samstag Cheftrainer Javier Cook das Football-Heimspiel seiner Lions ab 19 Uhr gegen die Stuttgart Scorpions aus einer Kabine unter dem Stadiondach verfolgen. Cook: "Da oben habe ich einfach den besseren Überblick und entscheide, wie wir auf den Gegner reagieren."
Bereits zum zweiten Male, aber freiwillig im Gegensatz zu dem vom Schiedsrichter auf die Tribüne verbannten Fußball-Bundestrainer Joachim Löw, nimmt Cook die Position aus der Vogelperspektive ein. Zusammen mit Linebacker-Trainer Maik Mauer wird er wie in der US-Profiliga NLF die Erkenntnisse per Sprechfunk an die Seitenlinie zum Trainer-Trio Bastian Kypke, Matthias Engisch und Eric Yuma weitergeben.
Personell entspannt sich die Lage. Christoph Wolk und Jabari Johnson, der im Hinspiel 126 Meter Raumgewinn für die Löwen erlaufen hatte, haben ihre Blessuren aus dem Hamburg-Spiel weitgehend auskuriert. Auch Christian Bollmann (Verhärtung der Wadenmuskulatur) und Kelvin Love (Knie) sind einsatzbereit.
Noch einige Wochen werden verstreichen, bis Jörg Heckenbach nach seiner schweren Schulter-Operation wieder auflaufen wird. Doch Cook ist zuversichtlichen: "Jörg läuft und fängt schon wieder gut, nur mit Tackles sollte er noch warten.
Die Lions hoffen, dass sie bis Samstag die Spielberechtigung für den 22 Jahre alten Michael Andrew erhalten. Das 1,78 Meter große und 107 Kilo schwere Kraftpaket soll die Rückennummer 32 tragen, vorerst in den Spezialteams auflaufen und später die Runningbacks entlasten. Den Kontakt zum früheren NFLE-Profi von den Amsterdam Admirals stellte dessen früherer Teamkollege Yoan Schnee her.
"Wir erhalten so einen ausgeglicheneren Kader", erläutert Lions-Sportdirektor Dirk Miehe. Zudem gehört erstmal der 21 Jahre alte Offenseliner Jan Lanser zum Aufgebot. Der frühere Kölner Falke beginnt in Braunschweig ein Studium und erhalt die Nummer 66. Miehe will noch im Sommer mit Ryan Davis und Love über Vertragsverlängerungen verhandeln. Mit dem Rest des Kaders würde vor den Play-offs die gemeinsame Zukunft besprochen.
Der 27:9-Hinspielsieg sei Schnee von gestern, warnt Cook. Die vom früheren Braunschweiger Gary Spielbuehler trainierten Gäste, die noch keinen der zehn Bundesligavergleiche gegen die Lions gewannen, hätten Abwehrchef Sander Moore und Receiver Chris Jackson wieder dabei. Sie seien weit stärker einzuschätzen als bei ihrer Niederlage gegen Marburg.
Cook: "Wir sind Spitzenreiter und werden diesen Platz mit allen Mitteln verteidigen. Ich hoffe auf ein tolles Spiel, aber ein 3:0 sichert die Punkte genauso wie ein 30:0, von dem die Fans länger reden."



