Jeder will Nummer 1 im Norden sein
Football-Bundesliga: Lions erwarten den Nordstaffel-Spitzenreiter Kiel mit Rainbow, Flickinger und Greene
BRAUNSCHWEIG. Die Filiale droht dem Football-Rekordmeister den Rang abzulaufen. Die Braunschweig Lions bleiben nur durch einem Heimsieg am Samstag über die Kiel Baltic Hurricanes im Rennen um den Nordmeistertitel.
Lang ist die Liste der Spieler von der Ostsee, die bereits das Trikot der Lions trugen. Wenn der Spitzenreiter der Nordgruppe sich um 19 Uhr im Stadion an der Hamburger Straße vorstellt, fehlt allerdings Ballträger Sascha Gerasimov aufgrund eines Blutergusses im Oberschenkel.
Dafür feiern die Braunschweiger Zuschauer ein Wiedersehen mit den Abwehr-Assen Leonard Greene und Robert Flickinger, Spielmacher Adrian Rainbow und Cheftrainer Kent Anderson. Der vermutet, dass die Lions ein paar neue Angriffszüge ausprobieren, um die alte Hackordnung wiederherzustellen. Anderson: "Beide Angriffsformationen sind sehr explosiv, das wird für die Zuschauer sicher spannend".
Wie sein Trainer misst auch Rainbow der Partie keinen vorentscheidenden Charakter bei. Dafür sei es noch zu früh. Rainbow: "Ich werde wenig Zeit zum Anspiel haben, ich muss aufpassen, dass mich Christian von Einem, Ryan Davis oder Patrick Finke nicht erwischen." Der 37 Jahre alte Quarterback und Literaturwissenschaftler hat in dieser Woche seine Doktorarbeit abgegeben und will möglicherweise im Herbst seine Sport-Laufbahn beenden. "Meine Eltern und meine Freundin Silke killen mich, wenn ich es nicht tue", sagt Rainbow scherzend.
Möglicherweise als Passempfänger läuft Cornerback David DeArmas für die Lions auf. Der Grund: Außer dem Langzeitverletzten Jörg Heckenbach fehlt weiter Olaf Fischer, außerdem hat sich Christian Bollmann eine Knöchelblessur zugezogen. Weil sich der frühere Dresdner Chris Schoewe wieder abgemeldet hat, nachdem er nicht in die Startformation kam, stehen Cheftrainer Javier Cook nur noch drei fitte Receiver zur Verfügung: Kelvin Love, Oliver Krahn und Simon Haubold.
Tight End Yoan Schnee wird seine Fingeroperation voraussichtlich um zwei Wochen verschieben, damit dem Trainer die Passempfänger, ein früher schier unerschöpfliches Reservoir der Lions, nicht ausgehen. Cook muss zudem wahrscheinlich noch auf Angreifer Lars Dittmann verzichten, der als Assistenztrainer mit den Hildesheim Invaders zum Regionalligaspiel bei den Bremen Firebirds antritt.
Cook: "Wir sind im Umbruch. Bei den älteren Spielern steht der Beruf im Vordergrund. Glücklicherweise entwickeln sich unsere Talente wie Simon Haubold und Christian Bollmann sehr gut. Mit ihrer Einstellung können sie die Lücken schließen und Stammspieler werden.
