Große Sehnsucht nach dem vierten Lions-Sieg
Braunschweig Das vorletzte Heimspiel der Football-Bundesliga-Saison bestreiten die Lions am Samstag gegen den frischgebackenen Nordmeister aus Kiel.
Wer wissen will, wie dieser Sport wirklich funktioniert und wie er sehr attraktiv umgesetzt werden kann, der muss Kiel gesehen haben. Dabei ist nicht die Rede von den alles überragenden Handballern, sondern von den fast alles überragenden Footballern aus Kiel, von den Baltic Hurricanes.
Am Samstag stellen sich die Schleswig-Holsteiner in Braunschweig vor und treffen auf Lions, die zwar in ihrer Geschichte noch eine ganz andere Hausnummer darstellen, in der jüngsten Vergangenheit aber fast gar nichts Überragendes zu bieten hatten.
Und in der Gegenwart? Da tut es den im Vergleich zum Vorjahr stark verjüngten Lions sichtbar gut, dass die Saison für sie gelaufen ist, dass die Play-offs nicht mehr erreichbar sind und damit der permanente enorme Erfolgsdruck nicht mehr auf ihren Schultern lastet. Das letzte Spiel gegen Düsseldorf war das Beste, was die Truppe von Cheftrainer Phil Hickey das ganze Jahr über gezeigt hat. Nicht, dass vorher alles schlecht gewesen wäre. Aber noch nicht einmal hatten es die Lions geschafft, mit Ausnahme der allerersten Minuten praktisch über die gesamte Spieldauer eine hochkonzentrierte Leistung zu bieten und wirklich das zu zeigen, was sie können.
Zur verkorksten Saison passte es ins Bild, dass dann in letzter Minute selbst solch eine Partie verloren wurde und die Belohnung ausblieb. „Wir sind zurzeit sehr gut im Angriff. Eben so, wie es sein sollte, wenn man das Talent besitzt, im oberen Bereich der Bundesliga mitzuspielen“, meint Hickey, fügt aber auch hinzu: „Unsere Abwehr muss noch ein bisschen besser werden.“ Und er kommt zu dem optimistischen Schluss: „Dann haben wir die Chance, einige Leute mal glücklich zu machen.“
Mit einem Sieg? Ausgerechnet gegen Kiel? Zu solcher Art Glücklichmachen gehört eine gehörige Portion Glückhaben. Und damit waren die Braunschweiger die ganze Saison über auch nicht gerade gesegnet. Andererseits ist es auch völlig egal, wer diese Begegnung gewinnt. Kiel steht bereits als Nordmeister fest, beendet bei den Lions die reguläre Spielzeit und hat nach der Partie drei Wochen Zeit, um sich auf das Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft vorzubereiten.
In dieser Konstellation sehen manche Lions-Anhänger eine zusätzliche Chance. Kiel wird nicht alles riskieren, schon gar nicht die Gesundheit seiner Leistungsträger, vermuten sie. Und liegen sicherlich nicht ganz falsch. Andererseits haben die Kieler einen vergleichsweise riesigen Kader mit einem verhältnismäßig geringen Leistungsgefälle. Ganz gleich, wer in Braunschweig spielt, man darf davon ausgehen, dass es meisterlich aussehen wird, was die Gäste zu bieten haben. Und dann haben die Lions-Fans ja auch noch nicht ganz die Hoffnung aufgegeben, dass es dieses Jahr doch noch zu mehr reicht als zu drei Siegen – zweimal gegen den Tabellenletzten und einmal gegen den Vorletzten.
•Lions – Kiel, Samstag, 18 Uhr, Eintracht-Stadion



