Ein später Versuch auf die sanfte Tour
Stefan Dittmann und Thomas Kunert wurden von Lions-Fans zu aktiven Flag-Footballern – Saisonbeginn naht
Schon vor Jahren waren sie Fans der Braunschweig Lions. Doch um selber Football zu spielen – dafür fühlten sie sich zu alt. Jetzt wollen Stefan Dittmann und Thomas Kunert mit den Flag-Footballern des 1. FFC wieder deutscher Meister werden.
Trainingslager auf dem Sportplatz Rote Wiese. Zwei Tage lang bereiten sich die Flag-Footballer des 1. FFC auf die bevorstehende Saison vor. "Mit Football können viele noch was anfangen. Mit Flag-Football schon nicht mehr so", erzählt Dittmann in einer Pause.
Er ist bereits 45 Jahre alt, aber noch immer motiviert dabei. Als "Cornerback" in der Verteidigung. In einer Sportart, die sich vom Tackle-Football durch einen weniger körperbetonten Spielstil unterscheidet und lediglich einen Mundschutz vorschreibt. Statt den ballführenden Gegner zu Boden zu reißen, stoppt man ihn beim Flag-Football, indem man ihm ein Fähnchen aus dem Gürtel zieht.
Seit Mannschaftsgründung aktiv dabei
Während Dittmann seit zehn Jahren dabei ist, spielt Kunert sogar schon seit 1997 für das Team. "Es gab ja damals diesen Football-Hype. Und ich war im Lions-Fanclub", erzählt der 40-Jährige von den Anfängen. Dann sah er die Aushänge des Vereins. Das neue Flag-Footballteam war einen Versuch wert.
"Das Schöne ist: Man reist in der Republik herum und kann gleich deutscher Meister werden", erzählt Kunert vom Reiz der Randsportart. Bereits 2005 holte das Lions-Flagteam den Titel nach Braunschweig.
Erfolg will man auch in der neuen Saison. Mit Jan Fulle und Thorsten Nowak verstärken zwei Ex-Lions den Kader. Der umfasst mittlerweile 42 Spieler zwischen 16 und 45 Jahren, von denen meist rund 30 beim Spiel dabei sind. Gegner sind Berlin, Hamburg und Hildesheim – mit Hin- und Rückspiel sechs Partien auf dem Weg zu Playoff-Halbfinale und eventuell Endspiel.
Der Startschuss fällt am Freitag, 30. April. Rund um das erste Spiel gegen die Hildesheim Invaders wird auf dem Sportplatz Rote Wiese ab 17 Uhr ein Saisoneröffnungs-Programm geboten.
"Wie beim Football hat man hier das Gefühl von Schach auf dem Feld", beschreibt Spielertrainer Volker Schönball, was ihm am Flag-Football gefällt. Die Mischung aus Jung und Alt sei interessant. "Außerdem wird bei uns keiner ausgegrenzt. Jeder kann mitspielen – egal, ob groß oder klein, dick oder dünn, jung oder alt."
Und so mischt auch Dittmann mit seinen 45 Lenzen noch mit. "Es gibt Spieltage, die an die Substanz gehen. Gerade, wenn beim Gegner ein jüngerer Sprinter dabei ist", erzählt er. Da zwicke es nach dem Spiel schon mal im Körper. Der Wechsel zum Flag-Football war bei Dittmann ein krasser Umbruch: Vorher hatte er 15 Jahre lang getanzt.
"Es macht auch ein bisschen stolz, wenn man mit den Jüngeren mithalten kann", sagt Dittmann und grinst. "Und es gibt ja während des Spiels auch einige Pausen", ergänzt Kunert. Auch wenn sie schon zu den alten Hasen gehören – ihre Erfahrung wird vielleicht noch in so manchem Spiel Gold wert sein.

