Ein Eckpfeiler in der Abwehr der Lions
Braunschweig Die Lions um Stammspieler Benjamin Krahl brennen auf Wiedergutmachung. Sonntag kommen die Lübeck Cougars ins Eintracht-Stadion.
Im Hinspiel triumphierte der Aufsteiger nach einer unglaublichen Fehlerserie der Braunschweiger Footballer. Diesmal soll alles anders werden. „Wir haben aus diesem Spiel viel gelernt. Vor allem, wie man nicht spielen sollte. So etwas kommt nicht wieder vor“, sagt Benjamin Krahl mit großer Entschlossenheit in der Stimme. Der Passverteidiger gehört im wahrsten Sinne des Wortes zu den Eckpfeilern der Mannschaft von Cheftrainer Phil Hickey. Krahl ist erst 24 Jahre alt, aber er besitzt schon 15 Jahre Football-Erfahrung – ausschließlich mit den Lions. Seine Position: Cornerback. Also die Passabwehr an der Seitenlinie, genau dort, wohin der Gegner am liebsten tödliche Pässe wirft.
„Cornerbacks leben auf einer Insel. Da gibt es nur Wasser oder Land und nichts dazwischen“, sagt Hickey. Was er meint: Die Passverteidiger auf der Außenbahn stellen die letzte Rettung dar. Wenn sie mit ihrem Abwehrversuch keinen Erfolg haben, führt das postwendend fast immer zu Punkten für die Gegner.
„Cornerbacks müssen schnell vergessen können, schnell die letzte vielleicht unglückliche Situation abhaken können“, weiß Hickey. Krahl auch: „Wenn man zu lange nachdenkt, kommt der nächste Fehler gleich hinterher.“ Doch der Braunschweiger, der als Kind mit dem Flagfootball anfing und über die Junior-Lions Mitte der Saison 2007 ins Bundesligateam der Lions kam, liebt seinen Job auf dem Platz. „Ich könnte mir keine bessere Position vorstellen. Sie ist sehr anspruchsvoll, denn der Ballfänger weiß, wohin der Ball kommt, ich muss ahnen können, wohin es geht.“
Erfahrung ist also eine wichtige Voraussetzung, um ein erfolgreicher Defense Back zu sein. Und Krahl ist erfolgreich. In der Jugend stand er bereits in der Nationalmannschaft. Später musste er aus beruflichen Gründen dem Bundestrainer absagen. Jetzt hofft der 24-Jährige auf eine neue Chance, für Deutschland spielen zu dürfen.
Krahl gehört bei den Lions zu den Anführern auf dem Platz. Das hat er sich erarbeitet. Denn Football beschäftigt den angehenden Mediengestalter in fast jeder Minute seiner Freizeit. „Zwei- bis dreimal Training pro Woche mit der Mannschaft, und außerdem gehe ich noch drei- bis viermal ins Kraftstudio“, zählt Krahl auf. Und abends studiert er Videos von seinen Gegnern. Immer und immer wieder. „Man kann die Bewegungsmuster der Gegenspieler lernen und dann im Spiel einfach besser reagieren“, betont der enorm ehrgeizige Lions-Spieler. Sein Credo: „Wenn etwas schlecht gelaufen ist, darf man nicht mit dem Finger auf die Mitspieler zeigen, sondern muss sich selbst fragen, woran es gelegen hat.“ Die Fehler des ersten Lübeck-Spiels jedenfalls hat Krahl zur Genüge analysiert. Und was er daraus gelernt hat, möchte er zu gern den Cougars und noch mehr den Lions-Fans zeigen.
•Braunschweig – Lübeck, Sonntag, 15 Uhr, Eintracht-Stadion
