Ein echter Fangkünstler, ein echter Braunschweiger
Christian Bollmann will verhindern, dass die Football-Lions frühzeitig scheitern
BRAUNSCHWEIG. Spitzen-Ballfänger haben Tradition bei den Lions-Footballern. Sie waren selten Deutsche wie Heckenbach, kamen meist aus den USA, hießen Horton, Crayton, Love oder Voss. Und nun dreht Bollmann auf – Christian Bollmann, echter Braunschweiger.
Ballfänger, also Wide Receiver, aus dem Football-Mutterland USA sind meist eine Attraktion, weil sie mit Show und Akrobatik die Bälle regelrecht vom Himmel pflücken. Aber Männer wie Bollmann machen genauso viel Spaß; weil sie im richtigen Moment zupacken können und weil sie Punkte machen.
Mit 37 gefangenen Pässen in bisher acht Bundesligaspielen des Jahres gilt Bollmann als Bank bei den Braunschweig Lions. Dabei ist er erst 20 Jahre alt. Aber auch schon zweimal deutscher Meister. Seine Hände, seine Fangkünste können heute gegen die Kiel Baltic Hurricanes verhindern, dass für die erfolgsverwöhnten deutschen Rekordmeister bereits vor den Play-offs, vor der Meisterrunde, die Saison zu Ende ist.
"Wir wollen nicht die Deppen sein, die damit in die Vereinsgeschichte eingehen, erstmals seit 14 Jahren nicht das Viertelfinale erreicht zu haben. Und dafür werden wir alles geben", sagt Bollmann.
Dass es zuletzt im Braunschweiger Angriff nicht so gut lief und ganz besonders nicht beim Passspiel, begründet der junge Angreifer so: "Seit Cheftrainer Cook weg ist, fehlte uns ein Coach, der im Spiel ausschließlich für den Angriff zuständig ist. Und seit Saisonbeginn mussten wir so viele neue Spieler ins Team integrieren. Das alles macht es nicht einfacher."
Trotzdem sieht es heute gegen Kiel eine gute Siegchance. "Wir sind in den vergangenen Wochen als Team so dicht zusammengerückt wie das ganze Jahr noch nicht. Das wird sich auch auf dem Platz auszahlen."
Bollmanns Stärken sind es, Bälle sicher zu fangen, sogar leicht verunglückte Pässe des Spielmachers. "Aber ich muss noch daran arbeiten, mich von meinen Gegnern besser zu lösen, wenn ich den Ball habe", meint er selbstkritisch. Das wird schon werden bei diesen Vorbildern: Love und Heckenbach.
Lions – Kiel Baltic Hurricanes, Samstag, 19 Uhr, Eintracht-Stadion



