Drei Tage nach der Operation kehrt Davis in die Football-WG zurück
Abwehrspieler will nach seiner Verletzungspause wieder für die Lions spielen
Die Knieverletzung könnte kaum schwerer sein. Das Kreuzband und Innenband waren durch, der Meniskus schwer geschädigt. Dennoch zeigt sich Lions-Verteidiger Ryan Davis als Stehauf-Männchen. Der Braunschweiger Football-Spieler hat gestern nur drei Tage nach der schweren Operation das Klinikum Holwedestraße verlassen.
Dort hatte ihn der Vater des Lions-Verteidigers Sebastian Reilmann, Chefarzt Professor Dr. Heinrich Reilmann, am Freitag auf dem Operationstisch. "Ich muss nur wenige Stufen zu unserem Apartment steigen", versprüht der mit seinen Teamkollegen Yoan Schnee, Michael Andrew und Jan Lanser eine Footballer-Wohngemeinschaft im westlichen Ringgebiet bildene Davis Optimismus.
Bis auf eine Schulterblessur vor ein paar Jahren sei dies seine erste schwere Verletzung. Ausgerechnet an seinem 24. Geburtstag hatte Davis sie sich im Spiel gegen die Cologne Falcons zugezogen. Unter den Zuschauern im Eintracht-Stadion waren auch seine Eltern.
Der ehemalige Student vom College Idaho wird wohl erst in fünf Monaten wieder mit dem Leistungssport beginnen können. Da habe er Zeit, seine Deutschkenntnisse aufzustocken, denn möglicherweise wird er über das Saisonende hinaus in Deutschland bleiben. Der junge Footballspieler will am liebsten im Sportmanagement-Bereich ein berufliches Standbein finden.
Zuvor gilt es durch Krankengymnastik den Abbau der Muskulatur zu bremsen und sich auf die Reha-Zeit vorzubereiten. "Ich würde gern nächste Saison wieder für die Lions spielen", versichert Davis. Er träumt vom Bundesligafinale 2009 in Frankfurt. Er will keine Zeit verschwenden und deutet ehrgeizig Trainingsbewegungen für den Oberkörper an.
Bereits sein Vater Ricky verdiente das Geld als Fußballprofi unter anderem bei Cosmos New York, wo Davis senior mit Franz Beckenbauer und Pele spielte und der aus Braunschweig stammende Jochen Brand das Tor hütete. Davis junior hat auch abseits des Football-Platzes bereits Wurzeln in Braunschweig geschlagen. Er ist seit Monaten Mitglied der Friedenskirchen-Gemeinde. Dort und bei Städtereisen nach Berlin, Jena und München hat der junge Footballer Einblicke in sein Gastland gewonnen und vor allem seine Sprachkenntnisse verbessert.
