Doppelspitze führt die neuen Lions
BRAUNSCHWEIG. Mit Cheftrainer Troy Tomlin und Manager Thomas Krecklenberg wollen die Football-Rekordmeister aus dem Tief kommen.
Troy Tomlin ist wieder da! Der ehemalige Co- und spätere Cheftrainer der Braunschweiger Footballer wurde gestern als neuer sportlicher Leiter des deutschen Football-Rekordmeisters vorgestellt. „Es ist so, als wenn man nach Hause kommt“, sagte der Amerikaner.
Vor acht Jahren war Tomlin in Braunschweig entlassen worden, weil er viermal in Folge „nur“ deutscher Vizemeister geworden war. Zuvor war er unter Kent Anderson sieben Jahre lang Co-Trainer mit Zuständigkeitsbereich Abwehr bei den Lions gewesen. Und in dieser Zeit machte sich Tomlin einen großen Namen in Deutschland. Fast in jedem Jahr seiner Trainertätigkeit in Braunschweig zählte die Defensive zum Besten, was die Bundesliga zu bieten hatte. Und damit legten die Lions den Grundstein für ihre einzigartige Erfolgsgeschichte.
Die Rückkehr aus den USA in die Löwenstadt fiel Tomlin und seiner Familie nicht schwer, schließlich ist er mit einer Braunschweigerin verheiratet. Am Donnerstag war der neue Cheftrainer mit Frau und Kind an die alte Wirkungsstätte zurückgekehrt. Tomlin folgt Phil Hickey, der vor eineinhalb Jahren als großer Hoffnungsträger geholt worden war, den hohen Erwartungen aber nicht gerecht wurde. Vor gut zwei Wochen war Hickey entlassen worden.
Während Hickey als Cheftrainer und Manager fungierte, werden beide Aufgabengebiete nun wieder von verschiedenen Personen bearbeitet. Neuer Geschäftsführer der sportlichen Vermarktungsfirma der Lions wurde Thomas Krecklenberg, der im Hauptberuf als Geschäftsführer beim Hauptsponsor New Yorker Verantwortung trägt. Diese Personalie macht vor allem auch deshalb Sinn, weil seit Beginn der Hickey-Ära die Vermarktungsgesellschaft der Lions eine Tochterfirma des Modeunternehmens ist.
„Es ist ein sehr freudiger Tag, weil wir heute Troy Tomlin vorstellen dürfen“, sagte Krecklenberg. „Wir haben eine ganze Menge Arbeit vor uns“, meinte Tomlin, der seinen Dienst bereits begonnen hat. „Und ich bin froh, dass ich zu meiner Seite Assistenz-Trainer haben werde, die zum Teil früher bei mir gespielt haben. Die kennen mich. Die wissen, wie ich bin, im Positiven und im Negativen“, erklärte Tomlin mit einem Lächeln. Er gilt als fair, aber auch als ein Schleifer.
Ein aktiver Lions-Spieler, der Tomlin noch als Coach kennt, hat aus dem Trainerwechsel Konsequenzen gezogen. Abwehr-Ass Christian Petersen, einer von vier Team-Kapitänen, der seine Karriere beenden wollte, hat spontan den Rücktritt vom Rücktritt erklärt. Er berichtete: „Viele Spieler haben schon von alten Geschichten über Troy gehört. Sie sind gespannt aufs erste Training.“
Das Wort Meisterschaft nimmt keiner mehr in den Mund wie im Vorjahr, nachdem dieses Vorhaben kläglich gescheitert ist. Tomlin: „Wir wollen in jedem Spiel besser und stärker sein als im vorangegangenen. Das zu schaffen, wird schwer genug.“ Und er fügte hinzu: „Ich habe die Lions immer verfolgt. Und es war schwer zu ertragen, wenn es nicht so gut lief.“ Da ging es ihm genauso wie den Fans, die inzwischen regelrecht erfolgsentwöhnt sind.



