Die neuen Lions lieben das Risiko
Football-Testspiel des Meisters mit 30 neuen Spielern gegen Düsseldorf – Priorität für das spektakuläre Passspiel
BRAUNSCHWEIG. American Football ist technisch und taktisch raffiniert und kompliziert und deshalb ein Schön-Wetter-Sport. Am Samstag werden die Braunschweig Lions wieder losgelassen. Und die Vorhersage verspricht optimale Bedingungen.
Im Testspiel gegen die Düsseldorf Panther präsentiert der deutsche Rekordmeister und amtierende Champion zum ersten Mal seinen Fans das neue Team. Rund 30 Spieler tragen erstmals das Lions-Trikot, wenn es um 15 Uhr auf dem Sportplatz Rote Wiese in Braunschweig zum Kick-off kommt. Ab 13 Uhr ist die Tageskasse geöffnet. Es gibt Stände mit Essen und Trinken, und die Cheerleader feiern ihre Jahrespremiere.
"Ich freue mich richtig drauf", sagt Cheftrainer Javier Cook. "Wir haben eine Menge junge Leute, die sich beweisen wollen, sollen und müssen. Ich bin gespannt, was sie bieten."
Die Fans auch. Schließlich steht in zwei Wochen das erste Pflichtspiel auf dem Plan, die Auswärtspartie im Eurobowl, so heißt die Champions League im Football, in Valencia. Und Cook kündigt an: "Wir werden dieses Jahr zwar auch ein durchschlagkräftiges Laufspiel haben, aber ich stelle mir vor, dass wir zu 60, 70 Prozent das Passspiel bevorzugen werden." Das macht neugierig. Werfen und fangen ist nämlich spektakulärer und risikoreicher als schnelle Zwangsstopps nach nur kurzen Läufen.
Wie gut der neue Star Ryan Voss die Bälle von Spielmacher Dennis Zimmermann wirklich fangen kann, weiß selbst der Cheftrainer noch nicht. "Ryan passt menschlich gut zu uns. Das haben wir schon festgestellt. Aber er hat wegen des schlechten Wetters noch nicht viel zeigen können im Training. Wir konnten bisher einfach so gut wie gar nicht spielähnliche Übungen absolvieren", erzählt Cook. Auf drei Mannschaftsteile ist am Samstag besonders zu achten.
Zimmermanns Schutztruppe, die Offense-Line, besteht aus fünf Spielern. Vier davon sind neu im Team. "Es ist schon gewöhnungsbedürftig, zwei Leute zu ersetzen. Aber 80 Prozent? Das ist hammerhart", meint der Trainer und fügt scherzhaft hinzu:. "Ich habe unserem Quarterback empfohlen, seine Beinarbeit zu verbessern."
Als zweites steht die Abwehr im Blickpunkt. Manch einer findet sich diesmal auf einer ungewohnten Position wieder, weil einige Stammkräfte angeschlagen sind und geschont werden sollen. Und außerdem stehen in der zweiten Abwehrreihe (Linebacker) sowie in der Passverteidigung fast nur neue Leute.
Und drittens ist besonders spannend, was sich auf der Kicker-Position tut. Drei Interessenten trainieren seit Wochen auf ihre Premiere hin. Alle drei sollen am Samstag im Wechsel ihr erstes Football-Spiel bestreiten.


