Die Lions rebellieren in Berlin
Braunschweig Im letzten Auswärtsspiel gelang den Lions ein Befreiungsschlag. Mit 31:30 gewannen die Footballer nach großem Kampf bei den Berlin Rebels.
Den Lions glückte gestern Nachmittag der von Cheftrainer Phil Hickey eingeforderte Charaktertest. „Wir wissen, dass in der Tabelle nichts mehr geht. Aber wir wollen für unsere Fans spielen, zeigen, dass wir bis zum Schluss alles geben.“ Dieses Versprechen setzten seine Akteure mit dem erst vierten Saisonsieg eindrucksvoll in die Tat um.
Nicht, dass die Lions fehlerlos gespielt hätten. Nicht, dass ihnen keine groben Schnitzer passiert wären. Aber mit enorm viel Herzblut und Teamgeist zogen sie sich immer wieder selbst aus Mini-Krisen im Spiel heraus. Und dann wurden sie für dieses Engagement 13 Sekunden vor Schluss belohnt. Den Rebels gelang zwar kurz vor Ende noch ein Touchdown, doch die für einen Sieg nötige Zwei-Punkte-Erhöhung per Spielzug misslang ihnen. Da half den Lions ein bisschen Glück und ganz viel Pete Adams. Der Importspieler stoppte Ballträger Samuel Shannon zwei Meter vor der Endzone. Das Glück des Tüchtigen.
Auch die Berliner spielten, als ginge es für sie noch um etwas und ließen sich nicht anmerken, dass sie ihr großes Saisonziel, nämlich die Play-offs, wie die Braunschweiger verpasst hatten. Doch im Gegensatz zu den in den Schlüsselsituationen besonnen wirkenden Lions agierten die Gastgeber immer wieder zu heißblütig, kassierten dafür empfindliche Raumstrafen.
Die Werbetrommel rühren wollten die Lions für das letzte Saisonspiel am Sonntag gegen eben diese Rebels. Und das ist ihnen quasi mit dem letzten Aufgebot mit Bravour gelungen. Nur 32 Mann, zwei mehr als erforderlich sind, reisten nach Berlin. „Ich hoffe, dass zwei, drei Spieler nächsten Sonntag wieder mitmachen können, die heute noch gefehlt haben“, sagte Hickey.
Ein Sonderlob hatte der Trainer auch parat, für Kicker Tobias Goebel. „Seine Nervenstärke hat uns heute den Sieg gesichert“, sagte Hickey. Goebel versenkte nicht nur alle Erhöhungskicks zwischen den Pfosten, sondern traf auch ein überhaupt nicht selbstverständliches Fieldgoal über den halben Platz aus 47 Metern ins Ziel. Ein Fehlschuss von ihm hätte den Sieg der Lions verhindert.
„Ein Schlüssel heute war, dass wir im dritten Viertel nicht so stark wie zuletzt eingebrochen sind und uns selbst aus dem Loch gespielt haben“, meinte Hickey zufrieden.
Rebels – Lions
30:31 (0:7, 10:7, 7:7, 13:10)
0:7 Touchdown Tounkara nach 5-Meter-Pass von Friese; Erhöhungskick Goebel.
3:7 Fieldgoal von Evensen, 51 Meter.
3:14 Touchdown Bollmann nach 11-Meter-Pass von Friese; Erhöhungskick Goebel.
10:14 Touchdown Shannon per 1-Meter-Lauf; Erhöhungskick Evensen.
10:21 Touchdown Johnson per 4-Meter-Lauf; Erhöhungskick Goebel.
17:21 Touchdown Horton nach 8-Meter-Pass von Outlaw; Erhöhungskick Evensen.
24:21 Touchdown Shannon per 65-Meter-Lauf; Erhöhungskick Evensen.
24:28 Touchdown Johnson nach 2-Meter-Lauf; Erhöhungskick Goebel.
24:31 Fieldgoal Goebel, 47 Meter.
30:31 Touchdown Stern; 2-Punkte-Erhöhung misslingt, weil Adams Angreifer Shannon stoppt.
