Die Lions feiern acht Touchdowns, sie geben aber viele Punkte ab
Football-Bundesliga: Braunschweiger siegen 55:35 in Köln – 200 Meter Raumstrafen trüben den guten Eindruck
KÖLN. Das dürfte Rekord in der Football-Bundesliga sein. Beim 55:35-Sieg der Braunschweig Lions in Köln führten 13 Passspielzüge zu Touchdowns. Mit 8 Pässen verbesserte Dennis Zimmermann die Lions-Bestmarke von Adrian Rainbow um 2 Zuspiele.
Sogar Runningback Jabari Johnson kam nicht durchs Laufspiel, sondern nach Pässen zu Touchdowns im Südstadion. Die Gastgeber hatten sich zu sehr auf die Receiver Oliver Krahl, Kelvin Love und Christian Bollmann konzentriert. Die Unachtsamkeit des Teams von Cheftrainer Michael Harp nutzte Johnson, fing das rote Leder-Ei und trug es zweimal in die gegnerische Endzone wie auch Oliver Krahl, der deutlich häufiger angespielt wird als in der vorigen Saison.
Die Cologne Falcons hatten selbstbewusst begonnen und waren durch Niklas Römer zu frühen Punkten gekommen. Der von den Vienna Vikings aus Österreich zurückgekehrte Quarterback Toby Henry setzte allerdings fast ausschließlich auf Passspielzüge, weil Runningback Leon Spearman die Kölner nach Meinungsverschiedenheiten verlassen hat.
Auf die Dauer war das Spiel der Kölner leicht zu durchschauen. Von 13:21 zogen die Lions auf 55:21 im Schlussviertel davon. Dass die Rheinländer danach noch zu zwei Touchdowns kamen, stört Lions-Cheftrainer Javier Cook nicht: "Ich habe dem Nachwuchs eine Chance gegeben, dass es dabei noch Stellungsfehler gibt, ist verständlich." Wichtiger sei es, dass sich die Touchdowns auf sechs Lions-Spieler verteilt haben.
Die 200 Fans der Löwen unter den knapp 1000 Zuschauern waren bei dem ungewöhnlichen Passspiel-Gewitter am Rhein zufrieden. Lions-Quarterback Zimmermann brachte 19 seiner 25 Anspiele zum Mitspieler und kam auf 398 Meter Raumgewinn – eine starke Quote. Sein Kölner Gegenüber Henry bekam weit weniger Zeit zum Aufbau. Ryan Davis (2) und Petrick Finke störten meist sehr früh und kamen zu drei Quarterback-Sacks.
Die Gastgeber um die früheren NFL-Profis Jamie Henderson und Demetrick Cousin führten bis weit ins zweite Viertel, doch nachdem die Lions ihre Anfangsschwäche abgelegt hatten, waren sie das spielbestimmende Team. Auch ohne von Einem, Reilmann, Möhle, Gravogl und Fischer dominierten die Braunschweiger deutlich. Die einzige Interception der Partie ging auf das Konto von Christian Petersen.
"Wir sind mit meist nur wenigen Spielzügen in die Endzone gekommen. Das war eine klare Leistungssteigerung", zeigte sich Cook zufrieden. Der Trainer: "Hätten wir so gegen Dresden gespielt, hätten wir vor 14 Tagen diese Partie sicher gewonnen." Allerdings entführten die Monarchs am Samstag mit 14:7 auch die Punkte aus Berlin.
Die Lions kassieren weiterhin zu viele Raumstrafen. Sage und schreibe 200 Meter wurden gegen sie verhängt. Auch wenn Cook einige Schiedsrichterentscheidungen als kleinlich bezeichnete, der Lions-Trainer weiß, dass so viele Strafen die Lions gegen Topteams den Sieg kosten dürften.
