Die Lions besiegen den Erzrivalen
Hamburg Es war kein glorreiches Spiel für die Braunschweiger Footballer, aber ein erfolgreiches. Mit 17:14 siegten die Lions bei den Hamburg Blue Devils.
Was sich knapp anhört, war auf dem Feld eine weithin klare Sache. Die Lions dominierten das Spiel beim Aufsteiger zum Bundesliga-Auftakt fast nach Belieben. Doch mehrfach vermasselten sich die Braunschweiger eine Ergebniserhöhung durch Unkonzentriertheiten kurz vor der Hamburger Endzone.
Mit 10:0 für die im Vergleich zur Europapokal-Pleite gegen die Triangle Razorbacks (24:26) verbesserten Lions ging es in die Pause. Kurz danach hieß es 17:0. Gut eine Minute vor Schluss verkürzten die Gastgeber von 7:17 auf 14:17. Zu spät, um der Begegnung eine Wende zu geben. Die Lions-Punkte erzielten Sven Rosemann und Jabari Johnson (je 6) sowie Tobias Goebel (5). Für Hamburg waren erfolgreich Tory Cooper, Philipp Schulz (je 6) und Timo Erbs (2)
Ganz klar: Von der einstigen Klasse der Erzrivalen, die sich ab Mitte der 1990er Jahre mehr als ein Jahrzehnt lang ganz allein darum stritten, wer die Macht im deutschen Football darstellt, waren beide Teams meilenweit entfernt. Doch die Devils, die nach Insolvenz und einem totalen Neuanfang aus der Regionalliga über die 2. Bundesliga den Weg zurück ins Oberhaus schafften, konnten nicht mehr geben. Und die Lions, die sich selbst enorm unter Druck setzten, indem sie sich zu einem Titelkandidaten erklärten, konnten es noch nicht besser. Immer wieder ließen sie ihre durchaus vorhandene individuelle Klasse durchscheinen, um im nächsten Moment das Erarbeitete leichtfertig wieder herzuschenken. 21 Neuzugänge sind eben nicht in ein, zwei Spielen nahtlos zu integrieren. Doch die rund 200 mitgereisten Fans unter den 2100 Zuschauern durften ein gutes Gefühl mit nach Hause nehmen: Es wird besser.
Nur dies hatten die Devils den Lions ein Stück weit voraus: Ihre Euphorie, der nimmer zu enden scheinende Glaube an sich selbst, ein schier unerschütterliches Selbstbewusstsein. Und das brachte sie schließlich auf dem Papier zu einer nur ganz knappen Niederlage.
Der beste Mannschaftsteil auf dem Platz war allerdings die Braunschweiger Defense, die vier (!) Pässe abfing (Interceptions) und zudem noch zwei Bälle quasi im Nahkampf eroberte (Fumble). Mit dem damit jeweils unplanmäßig erhaltenen Angriffsrecht wussten die Lions allerdings zu wenig anzufangen. Auch wenn es besser geworden ist, noch immer kassieren die Männer von Cheftrainer Phil Hickey zu viele Strafen und damit Raumverluste, die sie aus vielversprechenden Positionen wieder zurückwerfen.
„Wir arbeiten uns Stück für Stück vor. Das heute war schon eine Steigerung, ein positives Zeichen. Wir müssen nur weiterhin hart an uns arbeiten. Das sind viele Kleinigkeiten, aber keine großen Sachen, die uns fehlen“, analysierte Co-Trainer Dave Easley das Lions-Spiel.
Und es kann gar nicht schaden, wenn es schon nächsten Samstag wieder ein bisschen besser läuft. Denn dann stellt sich mit den Berlin Adler sicherlich ein Team eines anderen Kalibers in Braunschweig vor als die Devils es darstellten.
