Der Chef begrüßt seine Vorarbeiter
Pünktlich zur Abreise ins Trainingslager treffen drei amerikanische Football-Profis bei den Braunschweig Lions ein
BRAUNSCHWEIG. Sie sind da! Die drei neuen US-Spieler des deutschen Football-Rekordmeisters Braunschweig Lions stellten sich gestern Abend ihren neuen Teamkollegen vor.
Austin Scott, Chris Graham und Tyrre Burks sollen mit ihrem Können und ihrer Erfahrung die Führungsrollen in Angriff und Abwehr übernehmen. "Ich bin sehr froh, dass wir es geschafft haben, die Jungs nach Deutschland zu holen, bevor wir ins Trainingslager aufbrechen", sagt Lions-Cheftrainer Matthias Engisch und atmet erstmal tief durch.
"Es bleibt immer ein bisschen Unsicherheit bestehen, ob das alles wie abgesprochen klappt. So lange, bis sie vor der Haustür stehen." Am Montag starten die Lions mit 49 Akteuren ins Trainingslager nach Tschechien. Erst dort sollen Scott, Graham und Burks in die Übungseinheiten einsteigen. Bis dahin darf sich das Trio akklimatisieren.
In der Nähe von Prag wollen die Braunschweiger auch viel am Zusammengehörigkeitsgefühl arbeiten. Die Amerikaner haben damit zumindest schon einmal angefangen. Sie haben in den vergangenen Wochen viel miteinander telefoniert. Scott und Burks saßen von Detroit aus sogar im selben Flugzeug beim Trip über den Atlantik. Und den Flug von Amsterdam nach Hannover machten die drei gemeinsam. Graham war von Newark aus nach Europa gestartet.
Auch wenn sie noch nicht richtig am Training teilnehmen, so haben Scott, Graham und Burks bis zur Abreise nach Tschechien einiges zu tun. "Sie müssen unsere Spielsysteme pauken. Wenn wir in Tschechien sind, verlange ich von allen Spielern, dass sie die Basis intus haben. Nur dann können wir am Feinschliff arbeiten", meint Engisch.
Vom Wintertraining seiner deutschen Jungs zeigt er sich sehr begeistert. "Das war geil. Die Männer haben sich richtig gequält. Konditionell sind wir gut drauf. Und jetzt müssen wir sehen, dass wir auch football-technisch dahin kommen", erläutert der Cheftrainer.
Die Teilnahme am Trainingslager finanzieren Trainer und Spieler selbst. Für Urlaub bleibt aber keine Zeit. "Um 7 Uhr beginnt das gemeinsame Frühstück, und vor 22 Uhr werden wir mit den Besprechungen nie fertig sein", verspricht Engisch harte Tage. Allerdings weiß er auch, dass Härte allein nicht zum Ziel führen wird bei einem Kader, der bis auf das US-Trio ausschließlich aus Amateuren besteht.
Engisch: "Wir kommen am Ostersamstag zurück, damit die deutschen Spielern bei ihren Familien Ostern feiern können. Ich halte das für sehr wichtig." Noch einmal zur Besinnung kommen also, bevor es in den Schlussspurt der Vorbereitung geht. Denn schon am 2. Mai steht der Saisonauftakt an.
