Daumen drücken, bis der Finger blass wird
Für Lions-Footballer geht es um alles oder nichts
BRAUNSCHWEIG. Maximal vier Spiele noch bestreiten die deutschen Football-Rekordmeister der Braunschweig Lions. Dann ist die Saison zu Ende. Gewinnen sie alle vier Partien, sind sie wieder deutscher Meister, zum achten Mal, zum fünften Mal in Folge.
Das hört sich gar nicht so schwer an, ist es aber. Viel wahrscheinlicher ist ein deutlich kürzeres Szenario: Die Lions verlieren am Sonntag in Berlin, werden Fünfte und Letzte in der Nordgruppe und spielen danach gar nicht mehr. Und dann haben sie erstmals seit 1995 nicht die Play-off-Runde, die K.o.-Spiele um die deutsche Meisterschaft erreicht.
Die Wahrheit wird wohl irgendwo in der Mitte liegen. Denn selbst eine Niederlage bei den Überfliegern namens Adler aus der Hauptstadt bedeutet noch nicht zwangsläufig das Aus. Die Lions sind abhängig von Dresden und Essen. Beide spielen zum Abschluss der regulären Saison noch zweimal gegeneinander.
Dresden ist als Dritter unerreichbar für die Lions. Aber die Essener, die sich Assindia Cardinals nennen, liegen gleichauf. Und die Braunschweiger stehen bei Punktgleichstand wegen des gewonnenen direkten Vergleichs vor den Cardinals.
Gewinnt Assindia also zweimal, sind die Lions raus, egal wie sie in Berlin spielen. Gewinnt Essen einmal, müssen die Lions bei den Adlern siegen, um die Play-offs zu erreichen. Und wenn Assindia gar nicht siegt, müssen die Lions das auch nicht tun.
Erschwerend kommt allerdings hinzu, dass die Berliner, die erst einmal verloren haben, die Kieler im Kampf um den Nordgruppensieg im Nacken haben. Nur der Erste hat in den Play-offs zweimal Heimrecht. Die Adler werden also alles geben. Die Lions aber auch. Da hilft nur Daumen drücken, bis der Finger blass wird.
