Braunschweig stürmt an die Spitze
Football-Bundesligist gewinnt Nordderby in Hamburg mit 30:17 – Johnson und Wolk scheiden verletzt aus
HAMBURG. Genau drei Jahre zurück liegt die bislang letzte Niederlage der Lions im Football-Nordschlager gegen die Hamburger. Damals siegten die Elbestädter mit 7:3 in Braunschweig.
Als die Blue Devils am Samstag im dritten Spielabschnitt den 0:13-Rückstand in eine 14:13-Führung gewandelt hatten, drohte die Erfolgsserie der Lions zu reißen. Für die Stärke der Braunschweiger spricht, dass Kelvin Love bereits die nächste Angriffsserie mit einem Touchdown abschloss. Den Vorsprung bauten die Gäste vor 2950 Zuschauern an der Memellandallee weiter aus.
Unkonzentriertheiten sorgten dafür, dass die Offensive der Lions eine längere Anlaufzeit benötigte. So war es Steffen Dölger, der sein Team mit Fieldgoals aus 48 und 49 Metern nach vorn brachte. "Gut 60 Meter sind möglich", sagte Dölger, dessen Rekord-Entfernung für einen erfolgreichen Versuch in einem Punktspiel bei 57 Metern liegt. Das nötige Glück hatte der 34-Jährige bei einer Erhöhung aus 20 Metern, als das Lederei vom Innenpfosten über die Torstangen tropfte.
Selbst den frühen Ausfall von Christoph Wolk (Muskelfaserriss in der Wade) und Jabari Johnson (Fußprellung) aus der Startformation der Angriffsreihe verkrafteten die Lions. Zwar wurde Quarterback Dennis Zimmermann zweimal durch die Hamburger Kai-Philipp Stief und Milan Misic gesackt, doch sonst vermochte sich die Abwehr der Blue Devils kaum auf die vielseitig inszenierten Angriffe der Gäste einzustellen.
Als Belohnung gab es für den Dienstag trainingsfrei. "Die Pause tut gut, zumal wir erst in zwei Wochen wieder spielen. So können wir die EM-Spiele der starken Gruppe C vor dem Fernseher verfolgen", freute sich nicht allein Kicker Dölger.
Auf ihren Lorbeeren dürfen sich die Lions allerdings nicht ausruhen. Bei den Devils erhalten etliche 20-Jährige bereits reichlich Spielzeit. Wenn sich diese junge Garde so weiter entwickelt, wächst an der Elbe ein sehr starker Gegner heran.

