Die Lions gewinnen Herzschlagfinale

Braunschweig  Am Ende mit viel Geschick und Glück gewannen die Footballer in der Bundesliga gegen die Hamburg Blue Devils mit 38:36 (7:0, 0:15, 14:6, 17:15).

Der Braunschweiger Niklas Ahrens fängt einen Hamburger Pass ab und erzielt einen großen Raumgewinn, geschützt von Pete Adams.

Foto: Karsten Reißner

Der Braunschweiger Niklas Ahrens fängt einen Hamburger Pass ab und erzielt einen großen Raumgewinn, geschützt von Pete Adams. Foto: Karsten Reißner

Die letzten acht Spielminuten entschädigten die 3749 Zuschauer am Samstagabend im Eintracht-Stadion für den lange Zeit ganz schwachen und später immerhin durchschnittlichen Auftritt der Lions. Zwischenzeitlich lagen sie sogar mit 7:21 zurück.

Doch in der Schlussphase glaubte man, um Jahre zurückversetzt zu sein, als sich diese beiden Kontrahenten im Titelkampf legendäre, enge Spiele geliefert hatten, von denen heute noch mit leuchtenden Augen berichtet wird.

Nach einer tollen Laufserie mit mehrfach hohen Raumgewinnen schaffte Ballträger Sven Rosemann mit seinem Touchdown plus Erhöhungskick von Tobias Goebel den 28:28-Ausgleich für die Braunschweiger.

Viereinhalb Minuten vor dem Ende erkämpften sich die Braunschweiger das Ballbesitzrecht zurück, und 152 Spielsekunden vor dem Abpfiff sorgten Ballfänger Christian Bollmann mit einem Touchdown und Goebel per Erhöhung für die vielumjubelte 35:28-Führung.

Doch auch damit war der Widerstand der Devils noch nicht gebrochen. 65 Sekunden vor Schluss konterten die Hamburger mit Touchdown und Zwei-Punkte-Erhöhung zur 36:35-Führung. In der verbleibenden Minute schafften es die Lions, sich immer näher an die Endzone der Gäste heranzuspielen. Doch ein Touchdown wollte nicht mehr gelingen. So kam im allerletzten Spielzug Kicker Goebel auf das Feld. Und er löste die schwierige Aufgabe mit Bravour, aus 46 Metern das entscheidende Fieldgoal zu erzielen. Vier Sekunden vor Schluss.

Neben Goebel, der acht Punkte machte, hatte vor allem William Ngaoudjio (12) großen Anteil am Lions-Erfolg. Mit mehreren spektakulären Aktionen im Angriff hielt er die Braunschweiger im Rennen. Neben Bollmann und Rosemann punktete auch noch Jacob Schridde (je 6). Für die stark ersatzgeschwächten Devils waren erfolgreich Marcel Kuczynski (6), Julian Spohr (12), Kay Stange (4) und Philipp Heider (14).

„Das war allerbeste Werbung für unseren Sport. Spannender kann Football nicht sein“, sagte Hamburgs Cheftrainer Maximilian von Garnier, der natürlich tief enttäuscht war, so kurz vor dem ersten Saisonsieg für den Aufsteiger von den Lions noch abgefangen zu werden.

„Unsere Fans haben uns sehr geholfen und uns regelrecht zum Sieg getrieben“, sagte Lions-Cheftrainer Phil Hickey. Die große Erleichterung war ihm anzusehen. „Vielleicht braucht man einfach mal so ein Spiel. Es könnte gut sein, dass die Kehrtwende zum Besseren in der Partie auch gleichzeitig die Kehrtwende in der Saison ist“, meinte Hickey nach dem dritten Saisonsieg im siebten Spiel.

Unterstützung auf dem Weg zur Besserung bekommen die Lions in der nächsten Woche von gleich drei neuen Spielern aus den USA, zwei Ballfängern und einem Verteidiger für die erste und zweite Abwehrreihe. Alle drei sollen bereits nächsten Samstag im Heimspiel gegen Dresden mitwirken. Gegen Hamburg feierte mit Pete Adams ein weiterer US-Boy eine ordentliche Premiere bei den Lions. Vor 14 Tagen war Nick Jones nachverpflichtet worden, der sich aber gegen die Devils verletzte.

Bei aller Freude über den knappen Sieg darf nicht vergessen werden, dass die Hamburger Schlusslicht sind und die Lions die Play-offs der besten vier Teams im Achterfeld erreichen wollen. Die Dresdner sind diesbezüglich ein unmittelbarer Konkurrent und von ganz anderem Kaliber als die Devils. Will man da bestehen, gehören die besten Lions-Phasen vom Hamburg-Spiel zum Durchschnitt dessen, was gezeigt werden muss.

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