Der Fehlerteufel war der beste Lions-Spieler

Düsseldorf  Nichts zu holen gab es bei den Düsseldorf Panther für die Lions-Footballer. Die 20:41-Niederlage war verdient, da der Angriff schwach spielte.

Düsseldorfs überragender Angreifer David McCants (links) war kaum zu stoppen.

Foto: Karsten Reißner

Düsseldorfs überragender Angreifer David McCants (links) war kaum zu stoppen. Foto: Karsten Reißner

.Die Lions aus Braunschweig und die Teufel (Devils) aus Hamburg lieferten sich einst packende Duelle mit äußerst ungewissem Ausgang, aber stets auf allerhöchstem Niveau. Zwei- bis dreimal im Jahr. Heutzutage plagen sich die Braunschweiger Footballer fast in jedem Spiel mit einem besonders lästigen Teufel herum, dem Fehlerteufel. Und fast immer verlassen sie als Verlierer den Platz. Verdient zudem wie Sonntag in Düsseldorf beim 20:41 (3:7, 10:13, 7:7, 0:14).

„Ich bin super enttäuscht. Ich kann nicht verstehen, warum im Training vieles klappt, was im Spiel dann gar nicht funktioniert“, sagte Lions-Cheftrainer Phil Hickey, der früher in der Bundesliga als Spielmacher aktiv war. Und er fügte hinzu: „Bei mir war das eher umgekehrt.“

Schon am Dienstag fliegt ein neuer Mann ein. Der Kanadier Pete Adams soll auf der Position des Safetys, also des letzten Mannes, die Braunschweiger verstärken. Auch in Düsseldorf hat es an dieser Abwehr-Stelle gehakt. Unklar ist noch, ob Adams als zusätzliche Option zur Verfügung stehen wird oder ob er einen Spieler gänzlich ersetzen soll.

Während sich die Braunschweiger Abwehr vom überragenden Düsseldorfer Ballträger David McCants, der allein fünf Touchdowns für 30 Punkte erzielte, schwindelig spielen ließ, glaubte man, der Angriff der Lions spielt nicht mit Footbällen, sondern mit heißen Kartoffeln. Mal warf Spielmacher Michael Herrick zu hastig, mal übersah er einen besser postierten Ballfänger als jenen, den er bediente. Und die Anspielstationen fingen fast nichts und ließen das wenige, was dann doch vermeintlich gehalten wurde, auch noch im allerletzten Moment aus den Händen gleiten. Das war teuflisch schlecht.

Zu keiner Zeit schafften es die Braunschweiger, die Düsseldorfer zu zwingen, etwas Risiko ins Spiel zu bringen. Die Panther lernten sogar, dass die Lions am wenigsten gefährlich sind, wenn sie unter 20 Meter vor der Endzone ihren nächsten Spielzug begannen. In der Redzone. In jenem Bereich, in dem fast alle Gegner der Lions in der Lage sind, Touchdowns zu erzielen. Das schaffen sogar solche Teams, die am Ende absteigen müssen.

Angst um den Klassenerhalt müssen sich die Lions-Fans allerdings nicht wirklich machen. Denn zwischendrin zeigen die Braunschweiger immer mal wieder Aktionen, die sonst nur absolute Spitzenteams beherrschen. Die Substanz für ein deutlich erfolgreicheres Spiel ist da. Wenn es bloß nicht immer wieder diese haarsträubenden Fehler gäbe. Entschuldigungen wollte Hickey nicht gelten lassen: „Wir hatten personelle Probleme wegen kurzfristiger Ausfälle, aber Düsseldorf auch“, sagte er.

Und weil sie es offenbar besser können, aber nicht tun, sind die Fans besonders sauer über Niederlagen wie gestern. Matthias Engisch, der Trainer der Offenseline, traf mit seiner Analyse voll ins Schwarze: „Man hat gesehen, dass die Düsseldorfer keine Übermannschaft sind. Sie haben ihre Hausaufgaben gemacht und es verstanden, von unseren Fehlern zu profitieren.“ Genau so funktioniert Football.

Da kann man nur hoffen, dass am Samstag, wenn die Lions im Eintracht-Stadion auf Hamburg treffen, die Devils den Braunschweiger Fehlerteufel erst in ihre Mitte und dann mit nach Hause nehmen.

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