Den Lions gelingt die Wiedergutmachung

Braunschweig  Geballte Wut über den schlechten Saisonstart haben die Footballer in positive Energie umgewandelt und Aufsteiger Lübeck Cougars mit 51:17 besiegt.

Die Lübecker konnten Ballträger Jabari Johnson oft nur hinterherschauen.

Foto: Karsten Reißner

Die Lübecker konnten Ballträger Jabari Johnson oft nur hinterherschauen. Foto: Karsten Reißner

Zum ersten Mal in diesem Jahr hat den Lions-Spielern der Gang zu den Fans nach der Begegnung richtig Spaß gemacht. „Danke, ihr habt uns mit eurer Unterstützung fast durchgehend eine Gänsehaut verpasst“, rief Ballträger Sven Rosemann der jubelnden Masse zu. Strahlende Gesichter überall, als hätten die Braunschweiger Footballer gerade den Titel gewonnen.

Dabei war die Partie gestern Nachmittag im Eintracht-Stadion gegen die Lübeck Cougars nur ein normales Bundesligaspiel. Aber was für eines. Mit 51:17 (17:3, 14:0, 13:7, 7:7) schickten die Gastgeber den Aufsteiger geschlagen nach Hause. Vor zwei Wochen noch im Hinspiel hatte Lübeck nach einer unglaublichen Fehlerserie der Lions mit 27:24 gewonnen.

„Wir hatten eine Bringschuld, und wir haben geliefert“, sagte Spielmacher Michael Herrick, der schon zur Halbzeit geschont und durch Mike Friese ersetzt wurde, erleichtert. Statt Sorgenfalten zu zeigen, strahlte der US-Amerikaner zum ersten Mal nach einem Bundesligaspiel. Der zweite Sieg im fünften Saisonspiel war Balsam für die Lions-Seelen.

„Braunschweig hat die Hausaufgaben gut gemacht und aus den Fehlern im Hinspiel gute Lehren gezogen“, sagte Lübecks Ersatz-Spielmacher Ole Wulf, der fast das ganze Spiel über auf dem Platz stand, weil sich Andrew Hill früh eine Nackenverletzung zuzog und geschont werden sollte. Ganz schlimm erwischte es den Lübecker Christoph Adamczak, der sich einen Beinbruch zugezogen hat.

Schlüssel zum Lions-Erfolg gab es mehrere. So wenige Verletzungssorgen wie dieses Mal hatten die Braunschweiger lange nicht. Das gab den Leistungsträgern mehr Ruhepausen und förderte sogleich die Konkurrenz. Bestes Beispiel: der Amerikaner Ronald Sears. Die Nummer 6 zeigte bisher sehr durchwachsene Leistungen. Der Mitte der Woche neuverpflichtete englische Allround-Spieler Nick Jones kann die Position als letzter Mann aber auch spielen. So nahm Sears das Ganze im wahrsten Sinne des Wortes sportlich und zeigte ein blitzsauberes Spiel. Jones übrigens auch. Neben Sears.

Ein weiterer Schlüssel war die Offenseline, die den Ballträgern Rosemann und Jabari Johnson hervorragend die Wege freiblockte. Und nicht zuletzt war Dennis Engelbrecht in der Mitte der ersten Verteidigungsreihe in seinem Abschiedsspiel eine schier unüberwindbare Hürde für das Lübecker Laufspiel.

Stark verbessert haben die Braunschweiger ihre Disziplin und ihre Konzentration. Trotzdem müssen sie weiter daran arbeiten, dass ihr Passspiel effektiver wird. Die Ansätze stimmten, aber immer noch zu oft klappte das Zusammenspiel zwischen Werfer und Fänger nicht.

„Wir werden von Woche zu Woche stärker“, sagte Cheftrainer Phil Hickey zufrieden. „Ich denke, auch in Düsseldorf ist was möglich.“ Um diese Aufgabe am Sonntag am Rhein zu lösen, bedarf es einer weiteren Steigerung.

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