Die Lions rüsten auf und präsentieren zwei Neuzugänge

Braunschweig  Die von Verletzungen arg gebeutelten Braunschweiger Footballer wollen mit Macht aus der Krise.

Seine erste Nacht in Braunschweig hat Footballer Nick Jones gestern auf einem Sofa verbracht. Der neue Lions-Spieler aus den USA wird aber schon bald wieder ausziehen. „Er kommt in eine andere Spieler-Wohngemeinschaft“, erklärte gestern Cheftrainer Phil Hickey. In welche? „In eine mit neuen Spielern“, lautete die überraschende Antwort. Nach dem verkorksten Saisonstart mit drei Niederlagen und nur einem Sieg kommt Bewegung ins Personal. Und wie!

Also Jones soll als Passverteidiger schon am Sonntag im Heimspiel gegen Lübeck auf dem Platz stehen. Vielleicht schafft das auch noch ein anderer Neuer, einer mit einem Namen, den man sich nur schwer merken kann, Isia Falealii. Der 21-Jährige ist der Sohn eines amerikanischen Soldaten, lebt fast sein ganzes Leben lang schon in unserem Land und wartet auf seinen deutschen Pass. Erst wenn er den hat, wird der Defenseline-Spieler richtig wertvoll für Hickey und die Lions, denn nur zwei US-Amerikaner dürfen zeitgleich auf dem Feld stehen.

Auch Jones spielt nicht als Amerikaner, er ist in England geboren. „Ich freue mich auf das Team und hoffe, schnell neue Freunde zu finden“, sagte der 28-Jährige gestern während eines Stadtbummels. Der Allroundspieler, der auch im Angriff als Ballfänger oder Ballträger eingesetzt werden kann, wirkte überraschend ausgeschlafen nach der strapaziösen Reise. Vielleicht lag das an den niedrigen Temperaturen in Braunschweig. „Ich komme aus dem Hochsommer. Lass uns doch irgendwo reingehen und dort sprechen“, sagte Jones, der direkt aus Los Angeles am Montagabend in Braunschweig eingetroffen war.

„Ich habe fest daran geglaubt, dass wir stark genug sind mit den Spielern, die wir haben. Aber es war mir auch klar, dass die Ersatzspieler noch nicht so weit sind, das gleiche Niveau zu bringen. Und wir haben so viele Verletzte, da müssen wir einfach mit neuen Spielern die Lücken schließen“, erklärte Hickey.

Jones ist Kälte grundsätzlich gewohnt, nur eben nicht gerade nach der Ankunft aus Kalifornien. Im Vorjahr schaffte er es in der finnischen Liga bis ins Finale. Fit gehalten hat er sich in den vergangenen Wochen mit ein paar Kumpels. „Die spielen bei verschiedenen Teams fast alle in der US-Profiliga NFL“, erzählt Jones und kommt zu der Feststellung: „Ich bin absolut fit und heiß darauf, endlich wieder spielen zu können.“

Falealii muss darauf eventuell noch eine Woche länger warten. Dann heißt der Lions-Gastgeber Düsseldorf. „Und in diesem Spiel wollen wir mindestens noch einen weiteren neuen Spieler im Team haben“, verrät Hickey. Der müsste dann wohl nicht auf einem Sofa die ersten Nächte verbringen. Bis dahin soll die neue Spieler-Wohnung gefunden und eingerichtet sein.

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