Mit den Lions immer auf der Flucht nach vorn

Braunschweig  Ballträger bekommen beim Football in jedem Spielzug kräftig auf den Helm. Sven Rosemann von den Lions liebt es trotzdem, Runningback zu sein.

Der gebürtige Braunschweiger hat das Football-Einmaleins bei den Lions gelernt, in der Jugend im Flag-Team und später bei den Junior Lions. Seit Ende 2008 gehört der 23-Jährige der Bundesliga-Mannscbaft an. Doch so viele Spielanteile wie diese Saison hat er noch nie bekommen. Zusammen mit Jabari Johnson, der zwar Amerikaner ist, aber schon so lange in Braunschweig spielt, dass die Bezeichnung Importspieler irgendwie unpassend wirkt, soll Rosemann das Laufspiel in Schwung bringen. Absolut gleichberechtigt. Eine Seltenheit in der German Football League für einen deutschen Runningback.

Dass Spieler auf seiner Position ständig deftig einstecken müssen, sieht Rosemann nicht. „Von außen“, sagt er, „sieht das schlimmer aus als es ist. Und auch wir haben die Chance, mal auszuteilen oder den einen oder anderen Gegenspieler ein Stück mitzuschleifen. Man darf halt niemals Angst haben.“

Allerdings musste Rosemann zuletzt beim Spiel in Lübeck pausieren. Eine Gehirnerschütterung zwang ihn dazu. Eine Verletzung, die Vorbehalten gegenüber dieser Position Vorschub leistet.

Rosemann stand in Lübeck also an der Seitenlinie und sah, wie Johnson ein super Spiel lieferte, fast gar nicht zu stoppen war und zwei Touchdowns erlief. Ärgert oder freut das den Konkurrenten? „Ganz klar: Mich hat das sehr gefreut. Wir verstehen uns blendend und wissen, dass wir uns gegenseitig brauchen. Es ist einfach nicht möglich, auf dieser Position allein zu spielen. Man braucht zwischendurch ein bisschen Pause zum Verschnaufen.“ Das glaubt man gern.

Im Spiel beim deutschen Vizemeister Kiel am Sonntag sind beide dabei. „Ich fühle mich fit. Das Training diese Woche war bislang sehr positiv“, gab Rosemann gestern grünes Licht für seinen Einsatz in Kiel.

Der 1,73 Meter große und 84 Kilogramm schwere Braunschweiger lebt im Spiel davon, sehr flink unterwegs zu sein. Wie auch Johnson geht Rosemann der Abwehr gern aus dem Weg, indem er außen herum läuft, statt mit dem Kopf durch die Wand zu preschen.

„Aber manchmal geht es nicht anders. Doch ich schaffe es dann natürlich nicht, eine solche Wucht zu erzeugen wie Runningbacks, die über 100 Kilo wiegen und sich wie ein Hammer ihren Weg durch die Abwehr bahnen.“

Vier Touchdowns hat Rosemann diese Saison schon erzielt, davon einen in der Bundesliga. „Auf sechs bis acht würde ich schon noch gern kommen in der GFL.“ So viele, wie er noch nie in der höchsten deutschen Spielklasse geschafft hat. Und in Kiel will er gleich damit anfangen, sein Konto aufzustocken.

„Wir haben das Spiel der Kieler letzte Woche gegen die Berlin Rebels gesehen. Und da mussten die Kieler ganz schon kämpfen, um zu gewinnen. Wenn wir unsere Fehler abstellen können, haben wir eine Chance“, ist Rosemann überzeugt.

•Kiel – Braunschweig, Sonntag, 15 Uhr, Holstein-Stadion

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