Lions fliegen aus dem Europapokal

Braunschweig  Mit der unerwarteten 24:26-Niederlage gegen die Triangle Razorbacks ging die Heimpremiere der neuformierten Braunschweiger Footballer voll daneben.

Die Lions hatten sich so viel vorgenommen, wollten unbedingt ins Halbfinale des zweitklassigen EFAF-Cups und blieben am Ende kläglich auf der Strecke. Vor offiziell 4000 Zuschauern reichten die Touchdowns von zweimal Christian Bollmann und Jakob Schridde sowie die Extrapunkte und ein Fieldgoal von Tobias Goebel nicht zum Sieg gegen den dänischen Meister.

Die Gäste zeigten allerdings auch deutlich mehr als die haushohe Testspielniederlage vor zwei Wochen gegen den deutschen Vizemeister Kiel versprach. Die Dänen boten gutes Bundesliga-Niveau. Das taten zwar die Lions über weite Strecken auch, doch irgendwie schien ihnen der letzte Biss zu fehlen. Außerdem mangelte es zu oft an der Abstimmung in Angriff und Abwehr. Die Folge waren unter anderem vier Interceptions, also Pässe in die Arme des Gegners, des neuen Quarterbacks Michael Herrick. Der Hoffnungsträger der Lions war untröstlich: „Ich weiß auch nicht, was los war. Im Football haben immer alle Schuld, wenn blöde Sachen passieren. Wir gewinnen als Team, und wir verlieren als Team. Aber diese vier Fehlpässe nehme ich auf meine Kappe. Ich hätte erkennen müssen, dass irgendwas nicht passt und die Würfe seinlassen müssen“, sagte der US-Amerikaner.

Trotzdem machte Herrick dem Braunschweiger Publikum mit zahlreichen guten Würfen auch viel Spaß. Man hatte jederzeit das Gefühl, dass er genau wusste, was er tat. Bei den Ballfängern war das nicht immer so. Einzige Ausnahme: Christian Bollmann. Und wer weiß, wie das Spiel ausgegangen wäre, hätte sein erster Touchdown zur 7:3-Lions-Führung gezählt. Denn auch so schon gingen die Lions mit einer relativ beruhigenden 14:3-Führung in die Pause.

Doch nach dem Wechsel legten die Dänen noch eine Schippe mehr Mut und Siegeswillen zu. Immer öfter hatte nun die zu wenig beherzt zur Sache gehende Braunschweiger Abwehr das Nachsehen. So führte US-Quarterback David Frazer die Razorbacks immer wieder vor die Braunschweiger Endzone, aber natürlich auch begünstigt durch jene vier Fälle, in denen die Dänen das Angriffsrecht von den Braunschweigern geschenkt bekamen.

„Unsere letzte Angriffsserie, als alles noch möglich war, war sehr peinlich. So etwas habe ich noch nie gesehen. Insgesamt bin ich sehr enttäuscht von meiner Mannschaft. Sie hat nicht gezeigt, was sie kann“, sagte Lions-Cheftrainer Phil Hickey.

Die Lions haben nun zwei Wochen Zeit, an Verbesserungen zu arbeiten. Dann steht das erste Punktspiel in der Bundesliga auf dem Programm, ausgerechnet beim wieder ins Football-Oberhaus zurückgekehrten Erzrivalen Hamburg Blue Devils. Fehlen wird den Braunschweiger, die gegen die Dänen auf mehrere verletzte und angeschlagene Spieler aus der Stammformation verzichten mussten, dann auch Niklas Hentschel, der mit Verdacht auf Bruch des Handgelenks ins Krankenhaus musste.

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